Philippinen-Präsident rudert zurück Duterte entschuldigt sich für Hitler-Vergleich

MANILA (PHILIPPINEN) - Rodrigo Duterte (71) hat seinen Anti-Drogen-Krieg mit dem Holocaust und sich selbst mit Hitler verglichen. Nun hat er sich für diese erneute verbale Entgleisung entschuldigt. 

Der philippinische Präsident Duterte vergleicht den Kampf gegen die Drogen mit dem Holocaust und möchte alle Drogenabhängigen in seinem Land am liebsten «abschlachten». (Archiv) play
Mag keine Drogen-Dealer: Rodrigo Duterte (71). KEYSTONE/AP/BULLIT MARQUEZ

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Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte sorgt nicht nur mit seiner brutalen Politik gegen Drogenhändler für Schlagzeilen, sondern immer wieder auch mit seiner martialischen Rhetorik und seinen verbalen Entgleisungen. 

In seiner noch jungen Amtszeit beleidigte er bereits US-Präsident Obama, den Papst («Hurensöhne!») und das EU-Parlament («Fickt euch!»).

Am vergangen Freitag unterbot er indes sein eigenes Niveau noch einmal massiv, indem er seinen Anti-Drogen-Krieg mit dem Holocaust verglich. «Hitler hat drei Millionen (sic!) Juden massakriert. Hier gibt es drei Millionen Drogensüchtige. Ich würde sie gerne abschlachten», sagte Duterte vor Journalisten in Manila (BLICK berichtete).

Mit seiner Aussage sorgte der philippinische Präsident weltweit für Irritationen, die jüdische Gemeinde zeigte sich empört. Auch US-Aussenminister Ashton Carter schaltete sich in die Diskussion ein und bezeichnete Dutertes Hitler-Vergleich als «zutiefst verstörend». 

Nun hat der 71-Jährige offenbar immerhin selbst gemerkt, dass er einmal mehr übers Ziel hinausgeschossen ist – und sich für die Aussage entschuldigt. 

«Es war nie meine Absicht, die Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden herabzusetzen», sagte er jetzt an einem Anlass, der live im Fernsehen übertragen wurde. Und er fügte hinzu: «Ich entschuldige mich zutiefst und ehrlich bei der jüdischen Gemeinschaft.» 

Seit seinem Amtsantritt vor drei Monaten verfolgt Duterte eine brutale Politik gegen Drogenhändler und -abhängige. Von Anfang Juli bis Ende September wurden 1247 Menschen bei Polizeiaktionen getötet, in weiteren 1721 ungeklärten Tötungsdelikten wird ermittelt.

Mehr als 18'000 Drogenabhängige und -händler wurden den Angaben nach verhaftet und über 700'000 haben sich freiwillig gestellt.

Manilas Vorgehen unter Duterte wird von den Vereinten Nationen, dem Europäischen Parlament, Menschenrechtsorganisationen und anderen Regierungen heftig kritisiert.

Duterte selbst scheint das wenig zu kümmern. Und auch verbal zurücknehmen wird er sich in Zukunft wohl nicht. Kurz nach seiner Entschuldigung wegen des Holcaust-Vergleichs wetterte er bereits wieder gegen Menschenrechtsorganisationen und die «dummen Anwälte» der EU. (bau)

Publiziert am 02.10.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
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10 Kommentare
  • Heinz  Manhart aus Cainta
    03.10.2016
    Blick scheint nur Kommentare von daheimgebliebenen Schweizern zu veröffentlichen welche entlang Ihrer eigenen verdrehten informations Politik folgen. Leute vor Ort, welche die Situation aus erster Hand kennen werden missachted weil sie zu wenig sensationell sind.
  • Daniel  Metzener , via Facebook 02.10.2016
    Ein solch drastisches Vorgehen Dutertes mit dem Hitler-Regime zu vergleichen ist immer eine Gratwanderung; wobei es sich hierbei um einen markanten Unterschied handelt. Hitler hat 6Mio. unschuldige Juden umgebracht und Duterte schaltet Schwerstkriminelle Drogendealer aus, was weitaus mehr Sinn macht, weil solche Verbrecher meines Erachtens keine soziale Daseinsberechtigung haben. Sein Vergleich mit Hitler war klar ein Tritt ins Fettnäpfchen, aber in seiner Vorgehensweise gebe ich ihm recht.
    • Max  Julen aus Aarburg
      02.10.2016
      nur schlechte menschen wünschen jemandem etwas schlechtes. somit sind sie kein bisschem besser als ein drogen dealer!
    • bruno  bieri aus Nidau
      02.10.2016
      Genau Frau Metzener!
      und es sollte uns doch der Teufel lausen,wenn sich nicht allgemein die Ansicht durchsetzen sollte,das Linke auch Schwerstkriminelle sind,oder? Welcher Linke hascht schon nicht? und Schwule ebenso. Und die hängen uns anständigen Leuten noch Aids an und so!...Ach Frau Metzrner,die Welt könnte schon lange so schön sein! Aber eben,dann kommen die Amis ano `45,und machen alle Bemühungen kaputt!...
    • Marcel  Stierli aus Mérida, México
      03.10.2016
      Menschen auf Verdacht hin zu killen ist in etwa dasselbe. Vielleicht denken sie anders, wenn es unglücklicherweise, respektive auf Verdacht hin, jemanden aus ihrem Umfeld trifft.
    • Peter  Schneider 03.10.2016
      Bei seinem Hitler-Vergleich sagte er. Es gebe in den Philippinen 3 Millionen Drogenabhängige und er wäre glücklich diese alle abzuschlachten. Hr. Metzener sollte bei den Fakten bleiben.
  • Thomas  Zürcher 02.10.2016
    Duterte ist ja mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt für seine menschenverachtenden Statements.Provokationen und Beleidigungen waren schon immer sein Markenzeichen auch als er noch nicht Präsident war.92 Prozent der Philippiner befürworten Dutertes Handeln. Der starke Mann, den er markiert, dem trauen sie alles zu, auch ein Ende der philippinischen Drogenkriminalität.Schauen wir mal was er in seiner Amtszeit alles bewegen kann es wird nicht einfach.
    • Max  Julen aus Aarburg
      02.10.2016
      drogen freie länder!? da kommen mir saudiarabien, der IS und nordkorea in den sinn!
      philippinen wird stolz darauf sein mit diesen völker eine enge verbindung zu besitzen....
    • Thomas   Wassmer 02.10.2016
      Der ist doch selbst entweder auf irgendwelchen Drogen oder er hat ein schweres Alkholproblem. Die dritte Möglichkeit, die für mich mit der ersten Möglichkeit abgedeckt ist, wären Benzodiazepine.
      Anders kann ich mir seine holocaustartigen Bestrebungen einfach nicht erklären. Klar räumt er auf und eventuell ist er auch nicht korrupt, aber der Preis, den es zu zahlen gilt, wird schrecklich sein. Aber daran trägt auch ein jeder schuldig daran, der die Probleme ignoriert hat.
    • Peter  Schneider 03.10.2016
      92 Prozent Zustimmung, das erinnert doch an die DDR und ähnliche Staaten. Wenn man die Leserbriefe in den philippinischen Zeitungen liest, so bekommt man ein anderes Bild. Die sind mehr als kritisch.