Pater: «Gaskammern zur Desinfizierung»

  • Publiziert: 29.01.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

ROM – Die katholische Kirche steckt tief im braunen Sumpf: Erneut hat ein Pater der Priesterbruderschaft St. Pius X die Tötung von Juden in den Gaskammern des Nazis in Frage gestellt.

Wieder ein Holocaust-Leugner, wieder ist es ein katholischer Kirchenmann, wieder ein Mitglied der Lefebvre-Gemeinschaft: Pater Floriano Abrahamowicz, Lefebvre-Chef in den nordöstlichen Regionen Italiens, stellte in einem Interview die Tötung von Juden in den Gaskammern in Frage.

«Ich weiss, dass es die Gaskammern gegeben hat, zumindest zur Desinfizierung. Ich kann aber nicht sagen, ob darin Menschen getötet wurden oder nicht, weil ich die Angelegenheit nicht vertieft habe», sagte der Priester gegenüber «La Tribuna di Treviso».

Der Priester meinte, dass die Leugnung der Shoah durch Bischof Richard Williamson eine «Unvorsichtigkeit» gewesen sei. Er betonte jedoch, dass es Widersprüche in Zusammenhang mit den Opfern des Holocausts gebe.

«Die Opferzahl stammt vom Leiter der jüdischen Gemeinschaft Deutschland, der sie den amerikanischen und britischen Kräften mitgeteilt hat. In der Eile hat er eine Zahl genannt. Wie konnte er aber genau wissen? Für ihn war das Wichtige, dass diese Opfer aus religiösen Gründen ungerecht getötet wurden.»

«Die Kritik, die man wegen der Art machen kann, in dem die Tragödie des Holocausts behandelt wird, ist, dass man ihr gegenüber anderen Völkermorden Priorität einräumt», sagte der Priester, der die Messe auf traditionalistische, vor-konziliäre Weise auf Latein zelebriert.

«Es ist, als ob es in der Geschichte einen einzigen Völkermord gegeben hätte: Jenen der Juden im Zweiten Weltkrieg. Über alle anderen ermordeten Völker kann man sagen, was man will», ergänzte Abrahamowicz.

Er versicherte, dass er keineswegs antisemitisch sei. Er selber habe von väterlicher Seite jüdische Wurzeln. Er hoffe, dass die Juden bald «unseren Herren Jesus Christus umarmen werden». (SDA/bih)

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