Partei der Frustrierten: Wer wählte eigentlich AfD?

Die Alternative für Deutschland holt bei den Landtagswahlen in Deutschland aus dem Stand 12 bis 24 Prozent. Umfragen zeigen, wer der Partei zum Sieg verholfen hat.

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Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) ist die grosse Siegerin der Landtagswahlen. Kommentatoren stellen fest, dass mit diesem Ergebnis die etablierten Parteien, allen voran Angela Merkels CDU, abgestraft werden – und genau das wollten die Wähler erreichen.

Umfragen von Infratest dimap für die ARD zeigen, dass sehr viele Wähler aus Protest für die AfD gestimmt haben. In allen drei Bundesländern, in denen gewählt wurde, entschieden sich zwei Drittel der AfD-Wähler aus Enttäuschung über die anderen Parteien – kaum jemand aus Überzeugung für die eigene Partei.

Protestwähler

Das zeigt auch folgende Aussage, welcher zwei Drittel der AfD-Wähler zustimmen, in Rheinland-Pfalz sogar 90 Prozent: Die Partei «löst zwar keine Probleme, nennt die Dinge aber beim Namen». Dass praktisch alle dem folgenden Satz zustimmen, zeigt, dass sich viele von den grossen Parteien nicht ernstgenommen fühlen: Die Partei «hat besser als andere verstanden, dass sich Menschen nicht mehr sicher fühlen.»

Ehemalige Nichtwähler

Es sind in erster Linie ehemalige Nichtwähler, die den Rechtspopulisten zum Sieg verholfen haben: Mehr als 800'000 Wähler, die den letzten Wahlen fernblieben, gaben ihnen ihre Stimme. Die AfD luchste allen etablierten Parteien Wähler ab – aber bei Merkels CDU sind die Verluste besonders schmerzhaft. Von den Grünen wanderten am wenigsten zur AfD ab, da scheinen die politischen Positionen zu unterschiedlich.

Rechtsextreme

Offenbar haben auch viele Rechtsradikale in der AfD eine neue politische Heimat gefunden. 11 Prozent der heutigen AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt haben 2011 noch die rechtsextreme NPD gewählt.

Besorgte Bürger

Die Protestwähler beschäftigt unter anderem die Flüchtlingspolitik – aber auch die kulturellen Auswirkungen der Migration und die innere Sicherheit. Ein Grossteil sorgt sich, dass der Einfluss des Islams in Deutschland zu stark wird und dass die Kriminalität in Deutschland ansteigt.

Im besten Alter

Es fällt auf, dass die AfD Wähler aus allen Altersgruppen für sich gewinnen konnten – auch viele junge. Als Beispiel die Umfragen aus Baden-Württemberg: 19 Prozent und somit der grösste Anteil der AfD-Wähler sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. 18 Prozent sind zwischen 35 und 44 Jahren, 16 Prozent zwischen 45 - 59 Jahren alt. In den Gruppen zwischen 18 und 24 sowie 60 und 69 sind es rund 15 Prozent.

Arbeitslose, Arbeiter, Männer

Vor allem bei Arbeitern und Arbeitslosen konnte die Alternative für Deutschland punkten. In Rheinland-Pfalz etwa machen diese Gruppen die Hälfte der Wähler aus. Unterdurchschnittlich schnitt die Partei in allen drei Bundesländern bei den Beamten ab.

Was auch auffällt: Männliche Wähler legten viel eher einen AfD-Wahlzettel in die Urne als weibliche. Und das, obwohl mit Frauke Petry und Beatrix von Storch zwei Frauen an der Spitze der Partei stehen. (rey)

Publiziert am 14.03.2016 | Aktualisiert am 27.04.2016
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37 Kommentare
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    14.03.2016
    Alle die mit Merkels-Politik nicht einverstanden sind. Merkel übergeht das Volk, will selbstherrlich und in Eigengefäligkeit zentralistisch regieren über das eigene Volk und über die anderen EU Länder. So nicht mehr. Die AFD zum richtigen Zeitpunkt . Merkel macht Europa kaputt mit Gewalt!
    ewz
    • Ruedi  Nägeli aus Züirch
      15.03.2016
      Wer ist das Volk? Die 15 Prozent AfD-Wähler oder die 85 Prozent anderen?
    • John  Livers aus St.Gallen
      15.03.2016
      Ruedi Nägeli
      Es kommt schon noch happiger Hr. Nägeli, nur dann ist es zu spät.
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    14.03.2016
    Man kann gegen die AfD giften soviel man will. Wähler haben die Wahl. Parteien die keine überzeugenden Lösungen aufzeigen werden abgewählt und abgestraft. All die Vorwürfe und Diffamierungen bewirken im Gegenteil noch mehr Zulauf für die AfD. Solange bis die etablierten Parteien auf die Protestwähler eingehen und überzeugende Lösungen bringen. Dreckschleudern und Antidemokratie Vorwürfe helfen da einfach nicht.
  • Hugo  Hugentobler 14.03.2016
    Ich gebe Ihnen recht. Alle, die rechte Parteien wählen, werden als ungebildet dargestellt und als Nazi bezeichnet. Vielleicht sind es aber genau DIE Bürger, die die kommenden Probleme erkennen. Vielleicht ist die überstudierte Classe Politque zu abgehoben um der Wahrheit ins Auge zu sehen.
    • Marco  Weber 15.03.2016
      Genau! Nur die AFD und die SVP haben den Überblick! Jammern und sehen all die "Probleme" aber daran geändert haben sie noch nie was!
  • Alexander  Müller , via Facebook 14.03.2016
    Jene, die dank der AfD wieder wählen gegangen sind haben jetzt eine echte Alternative. Das ist gut so! Die wahren frustrierten sind linke Journalisten und die Wahlverlierer.
  • Chrigel  Neff aus St. Gallen
    14.03.2016
    Und wieder diese Wortwahl: "Frustrierte". Schön mitanzusehen, dass die Redaktion des Blick offenbar total überfordert ist, die deutsche Wählerstimmung verstehen zu können. Schon simple Dinge wie die Wortwahl, bspw. "Frustrierte" anstatt "Unzufriedene" sagt alles aus. Ich sag euch: gewöhnt euch daran, auch in der Schweiz.