Neues Gesetz Parlament rettet Berlusconi vor den Richtern

  • Aktualisiert am 14.01.2012

ROM – Skandalnudel Berlusconi hat dauernd Ärger mit der Justiz. Doch seine Parlamentsmehrheit sorgt dafür, dass der Ministerpräsident straffrei ausgehen wird.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi macht der Justiz einmal mehr einen Strich durch die Rechnung. Der italienische Senat hat heute mit grosser Mehrheit einem umstrittenen Gesetzentwurf zur Verkürzung von Gerichtsprozessen zugestimmt.

Verfahren gegen Mafiosi und Terroristen dürfen demnach nur noch maximal zehn Jahre dauern, bei anderen Tatbeständen ist die Prozessdauer noch kürzer. Auch die Dauer der Verfahren in den verschiedenen Instanzen soll limitiert werden.

Die Opposition kritisierte, dass die geplante Verkürzung auch Verfahren gegen Berlusconi ein Ende setzen könnte. Das gelte beispielsweise für wieder aufgenommenen Prozess gegen Berlusconi wegen Steuerhinterziehung, aber auch für ein erneut aufgenommenes Korruptionsverfahren gegen den Regierungschef.

Beide Prozesse waren ausgesetzt worden, nachdem die Regierung im Jahr 2008 ein Immunitätsgesetz verabschiedet hatte, das Berlusconi und andere hochrangige Vertreter des Staates vor Strafverfolgung schützte. Das Verfassungsgericht in Rom stufte diese Regelung im Herbst jedoch als verfassungswidrig ein.

Damit das umstrittene neue Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch vom Abgeordnetenhaus abgesegnet und schliesslich vom Staatspräsidenten unterzeichnet werden. (SDA/hhs)

Schwerer Schlag gegen die Camorra – 80 Mafiosi geschnappt

Italienische Sondereinheiten haben heute der neapolitanischen Mafia einen schweren Schlag zugefügt. Im Zuge des «Operation Pandora» genannten Grosseinsatzes gegen drei Camorra- Clans wurden mehr als 80 Mafiosi festgenommen. Ausgerückt war die Polizei mit insgesamt 86 Haftbefehlen, die Mafiosi der Familienclans Gallo, Limelli und Vangone hinter Gitter bringen sollen. Diese hatten sich nach den Angaben der Staatsanwaltschaft auf ein ganzes System krimineller Aktivitäten spezialisiert, von Geldwäsche über Drogenhandel bis zur Erpressung. Einer der Familienclans importierte vor allem Kokain aus Spanien. Mehr als die Festnahmen schädigten die Camorra die Beschlagnahmungen, erklärte der nationale Anti-Mafia-Staatsanwalt Pietro Grasso: «Ein Mafioso, der im Gefängnis sitzt, ist schnell ersetzt, es ist aber viel schwieriger, das jetzt Beschlagnahmte zu ersetzen.»
Puuh, diese Runde im Kampf gegen die Justiz geht an Silvio Berlusconi.- AP

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