Nach Attacke Papst will Schweizerin verzeihen

ROM – Susanna M. (25) brachte beim Gottesdienst an Weihnachten Papst Benedikt XVI. zu Fall. Dieser hegt ihr gegenüber aber keinen Groll.

  • Publiziert: 29.12.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

Susanna M.* sprang an der Weihnachtsmesse im Petersdom über die Absperrung und stürzte auf Papst Benedikt zu. Angeblich wollte sie ihn nur bitten, sich für die Ärmsten der Welt einzusetzen. Während der Rangelei stürzte der Papst, blieb aber unverletzt.

Doch der heilige Vater ist nicht nachtragend: Er will der Italo-Schweizerin vergeben. Sollte sich zeigen, dass die 25-Jährige tatsächlich psychisch gestört sei, sei der Papst zu einer Geste der Barmherzigkeit bereit, liess der Vatikan mitteilen.

Gesundheit der Frau im Zentrum

«Die Tatsache, dass die Frau unbewaffnet und wegen psychischer Probleme bereits behandelt wurde, ist schon vielsagend», sagte Giuseppe Dalla Torre, Präsident des Gerichts des Heiligen Stuhls.

«Die Untersuchung konzentriert sich auf den Gesundheitszustand der Frau. Danach wird man entscheiden, ob ein Prozess stattfinden oder ob sie freigesprochen wird.» Dalla Torre schloss nicht aus, dass der Heilige Stuhl Susanna M. künftig verbieten könnte, den Vatikan zu betreten.

Die Frau aus Frauenfeld hatte bereits bei der Christmette im vergangenen Jahr versucht, sich dem Papst zu nähern.

Fall noch diese Woche abgeschlossen?

Die vatikanischen Justizbehörden befragten bereits Sicherheitsbeamte und einige Gläubige, die den Angriff beobachtet hatten. Nun sollen noch Dokumente über den Gesundheitszustand der Frau überprüft werden.

Der vatikanische Staatsanwalt Nicola Picardi ist der Ansicht, dass der Fall diese Woche abgeschlossen werden könnte. (SDA/num)

*Name der Redaktion bekannt

play Susanna M. könnte glimpflich davonkommen. (Reuters)

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