Panzerknacker-Bande lernte von Kinderkanal «Sendung mit der Maus» – für Kinder und Kriminelle

KLEVE (D) - In Deutschland steht derzeit eine Bande vor Gericht, die im vergangenen Jahr mehrere Geldautomaten in die Luft gejagt hat. Kurios: Das Know-how dazu erwarb sie in einer Kindersendung.

Sendung mit der Maus diente Kriminellen als Vorlage für Banküberfälle play
Bande ging leer aus: Gesprengter Geldautomat in Dortmund. ddp images/dapd

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Von der «Sendung mit der Maus» kann man viel lernen, offenbar auch, wie man etwas in die Luft jagt. So geschehen in der westdeutschen Stadt Kleve. Dort steht derzeit eine Panzerknacker-Bande vor Gericht, die mit dem Wissen aus der beliebten Kindersendung zahlreiche Geldautomaten gesprengt hat, um an Bares zu gelangen.

Sendung mit der Maus diente Kriminellen als Vorlage für Banküberfälle play
Unfreiwillig Vorbild für Diebe: die Maus aus der Kindersendung. KiKa

Vom 23. März bis 23. Dezember des letzten Jahres nahmen sich die fünf Männer gleich mehrere Bankautomaten in Kleve und Umgebung zur Brust. Dabei gingen sie immer gleich vor: Sie bohrten ein Loch in den Ausgabeautomaten. In dieses füllten sie ein Gas-Sauerstoff-Gemisch ein. Dann zündeten sie das Ganze an.

Mit Knall gerechnet – «aber nicht in dem Ausmass»

Vor Gericht räumten die Männer ein, dass sie sich nebst Internet-Videos auch von der «Sendung mit der Maus» dazu inspirieren liessen. Dort sei einmal ein Beitrag über Sprengungen zu sehen gewesen, sagte einer der Angeklagten. Von ihren Fähigkeiten seien sie am Ende selbst überrascht gewesen. «Wir hatten damit gerechnet, dass es knallt, aber nicht in dem Ausmass.»

Gebracht hat es ihnen letztlich wenig: In den insgesamt neun Monaten erbeutete die Gang keinen einzigen Cent. In zahlreichen Fällen gelang ihr nicht einmal ein Sprengung. Drei Mitglieder der Klever Automaten-Bande wurden bereits zu längeren Haftstrafen verurteilt. Zwei Urteile stehen noch aus. (gr)

Publiziert am 12.09.2016 | Aktualisiert am 13.09.2016
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2 Kommentare
  • Remo  Albrecht aus Höri
    12.09.2016
    Erinnert an:
    Ganoven-Ede ruft seinen Sohn aus dem Kinderzimmer vor den Fernseher: "Junge komm her, XY-Ungelöst fängt an, Zeit fürs Bildungsfernsehen!".
    In der heutigen Zeit bildet nicht mehr das Fernsehen, gute Sendungen gibt es nicht mehr, wären heute zu belerend (man denke nur mal an den "Siebten Sinn" im ARD, die Autofahrer-Sendung, in 5 Minuten weiss man alles über Abbiegen im Nebel bei geschlossenen Bahnschranken und warum man den Zigarettenanzünder nicht ablecken soll).


  • Stefan  Buttliger 12.09.2016
    Nun ja - in den 80er-Jahren ging einmal ein "Derrick" über die Flimmerkiste, in der der "Herr Kommissar" den "Harry Klein" fragte, wie denn dieses Auto in die Luft flog - und der kluge Harry erklärte dem guten Herrn Kommissar, wie man eine Auto-Bombe baut... - der praktische Versuch im Steinbruch funktionierte übrigens auf Anhieb! - genau so, wie Milky Way auf Milch schwimmt, ist das Fernsehen garantiert BILDEND - die Frage ist dann nur noch, wozu man das Wissen nutzt - oder eben missbraucht...!