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In den Slums der ägyptischen Grosstädte leben Schweine und Menschen dicht gedrängt beieinander. Es ist ein reges Treiben. Hygiene ist hier ein Fremdwort – aber das hat bisher nicht gestört.
350000 Schweine sollen geschlachtet werden
Jetzt aber schlägt die Regierung Alarm. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hat Angst vor der Schweinegrippe. Obwohl in seinem Land noch kein Fall der Seuche aufgetaucht ist, will er alle Schweine töten lassen. Und das ist kein Job für einen Nachmittag – es handelt sich hier um 350000 Tiere. Eine Kairoer Tageszeitung kommentierte die Entscheidung mit «Tag der Massenschlachtung in Ägypten.»
Schwein tot – 177 Dollar cash
Informationen von Experten aus aller Welt, dass der Virus derzeit nicht vom Schwein auf den Menschen übertragbar ist, ignoriert der Präsident geflissentlich. Pro geschlachtetem Schwein gibts umgerechnet 177 Dollar für den Züchter.
Aufhorchen lässt. In Ägypten gilt das Schwein grösstenteils als unrein. Es wird von der muslimischen Bevölkerung verschmäht. Sie werden hauptsächlich von den Kopten, einer christlichen Minderheit, gezüchtet. Der Muslimbruderschaft sind die Säue schon lange ein Dorn im Auge – jetzt hätten sie die Chance das Übel an der Wurzel zu packen.
Die Uno hält diesen radikalen Schritt für Unsinn. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) versucht das Massenabschlachten der ägyptischen Schweine zu verhindern. Problem: Bei den ägyptischen Behörden erreicht man niemand. Vielleicht wurden sie alle zum Schweine keulen verdonnert… (s5j)