GAZA-STADT - Der Krieg zwischen Israel und Gaza hat schon über 100 Menschen getötet. Der Konflikt wird immer grausamer.
Schreckliche Szenen gestern in Gaza-Stadt: Auf einem öffentlichen Platz werden sechs Palästinenser erschossen – von eigenen Landsleuten!
Ihre Namen werden auf den Asphalt gekritzelt. Dann binden junge Männer den noch warmen, toten Körper eines Erschossenen an einen Töff. Unter Gejohle schleifen ihn dann die Motorradfahrer durch die Strassen, hinterlassen dabei eine rote Spur.
Mit der Aktion habe man Verräter und Spione bestrafen und deren Mittäter abschrecken wollen, zitierte der Hamas-Radiosender Aksa einen Hamas-Kommandanten.
Die Getöteten seien «auf frischer Tat» ertappt worden. Sie hätten Kameras bei sich gehabt. Mit den Fotos hätten sie den Israeli geheime Hamas-Positionen verraten. Diese seien dann prompt Ziel israelischer Raketenattacken geworden.
Unterdessen sind in den letzten Tagen mindestens 110 Palästinenser getötet worden und drei Israeli. Gemäss der Hamas-Gesundheitsbehörde in Gaza starb letzte Nacht ein Vater und seine beiden vier und zwei Jahre alten Söhne.
Die Hoffnungen auf einen baldigen Waffenstillstand haben sich wieder zerschlagen. Doch wird US-Aussenministerin Hillary Clinton heute in Jerusalem erwartet und Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon führt in Kairo Friedens-Gespräche. (snx)
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