Breivik-Albtraum noch nicht vorbei Opfer-Familie verklagt Polizei

OSLO - Die Familie eines der Opfer des verurteilten Attentäters Anders Behring Breivik hat die norwegische Polizei wegen Verletzung ihrer Dienstpflichten verklagt.

  • Publiziert: 29.08.2012
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Ein Journalist veröffentlichte ein Buch mit Tausenden Mails von Breivik.

(Keystone)

Dabei geht es um die langsame Reaktion der Polizei. Der Sprecher der internen Ermittlungsstelle der Polizei, Paal Henrich Berle, sagte heute, die Klage betreffe die langsame Reaktion der Einsatzkräfte bei Breiviks Anschlag auf das Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei am 22. Juli 2011 auf der kleinen Insel Utöya.

Breivik hatte zunächst im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet, bevor er auf Utöya nordwestlich der Hauptstadt 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer eines Sommerlagers erschoss.

Eine unabhängige Untersuchungskommission war in einem Mitte August vorgelegten Bericht zum Schluss gekommen, dass die Polizei Breivik früher hätte stoppen können, wenn sie besser und schneller reagiert hätte.

Suche nach Transportmittel

Ein Sondereinsatzteam brauchte mehr als eine Stunde, um auf die Insel zu kommen, da die Besatzung des einzigen Polizeihelikopters in den Ferien und das eigene Schlauchboot nicht verwendbar war. Schliesslich musste das Team ein Privatboot einsetzen.

Der norwegische Polizeichef Oeystein Maeland trat im Zusammenhang mit dem Bericht zurück. Nach Berles Angaben hat die Polizei noch nicht entschieden, ob eine interne Ermittlung eingeleitet wird.

Breivik war vergangenen Freitag von einem Gericht in Oslo für zurechnungsfähig befunden und zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft mit der Möglichkeit einer anschliessenden Sicherheitsverwahrung verurteilt worden. (SDA)

Beliebteste Kommentare

  • Philippe  Trachsel , Oberried
    Die ganze Situation ist sehr traurig. Ich denke aber, dass die Polizei das gemacht hat was sie tun konnten. Immerhin waren ja auch alle Augen auf den Anschlag mit der Bombe fixiert. Ich finde es falsch jetzt noch mehr schuldige zu suchen. Breivik ist alleine Schuld an der ganzen Sache.

Alle Kommentare (6)

  • Michaela  von Zerssen
    Den Schuldigen hat man ja. Aber es geht auch nicht, auf Kosten der Sicherheit der Bevoelkerung, die komplette Besatzung einer Spezialeinheit in die Ferien zu schicken und dass das Material nicht gewartet ist. Das ist ja, als wenn die Feuerwehr bei einem Brand ohne Wasser oder Loeschmaterial einfährt.
    • 30.08.2012
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  • Yannick  Freiermuth , via Facebook
    die Anwälte von diesem Mann sollte man noch verklagen!!!!!!
    • Rouven  Stulz , via Facebook
      Ist sein in der Verfassung verbrieftes Recht, dass er Anwälte bekommt, die ihn nach bestem Gewissen verteidigen. Das mit dem Rechtsstaat haben einige hier noch nicht so ganz begriffen.
      • 30.08.2012
      • als Kommentar auf Yannick  Freiermuth
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  • Philippe  Trachsel , Oberried
    Die ganze Situation ist sehr traurig. Ich denke aber, dass die Polizei das gemacht hat was sie tun konnten. Immerhin waren ja auch alle Augen auf den Anschlag mit der Bombe fixiert. Ich finde es falsch jetzt noch mehr schuldige zu suchen. Breivik ist alleine Schuld an der ganzen Sache.
    • Heinz  Muenger
      Klar ist Breivik für alles selbst verantwortlich, nur ER selbst hat diese Tat begangen. Nur kann nicht akzeptiert werden, dass bei der Polizei so viele Fehler gemacht werden, oder sie schlecht organisiert ist. Das ist eine Frage der kompetenten Führung.
      Wenn Verantwortliche Fehler begehen, muss man solche Personen hinterfragen, denn in solchen Fällen geht es um jedes weitere Menschenleben, welches man durch korrektes Handeln retten könnte. Es kann doch nicht sein, dass wegen dem Bombenanschlag in der Stadt alle Polizeiorgane dort anzutreffen sind, in erster Linie ist der Brand- u. Rettungsschutz gefragt, eine Bereitschaft der Polizei muss immer für gleichzeig andere Fälle gewährleistet sein.
      Der Polizeichef hat anscheinend sein "Versagen" erkannt und ist ja bereits zurück getreten.
      • 30.08.2012
      • als Kommentar auf Philippe  Trachsel , Oberried
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    • Beat  Fahrni
      Herr Münger, Sie haben offensichtlich keine Ahnung wie eine Polizei funktioniert und was deren Aufgaben sind. Ein Bombenanschlag ist ein Grossereignis, welches alle Helfer extrem fordert. Da können Fehler passieren. Und es ist nicht NUR Brand- und Rettungsschutz nötig. Leider hat die Polizei in vermutlich den wenigsten Ländern der Welt genügend Kräfte, um gleich an zwei, voneinander entfernten, Grossereignissen perfekt zu funktionieren.
      • 30.08.2012
      • als Kommentar auf Philippe  Trachsel , Oberried
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