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Jeder im Stadion hat es gesehen – nur der Schiedsrichter und sein Assistent nicht. Frank Lampards Schuss beim WM-Achtelfinal Deutschland gegen England ist mindestens einen halben Meter hinter der Linie.
Ein klares Tor, der Ausgleich, England ist wieder im Rennen. Doch Jorge Larrionda aus Uruguay gibt den Treffer nicht, er lässt weiterspielen. Statt 2:2 für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw. Deutschland ist weiter, die «Three Lions» müssen nach Hause fahren.
«Wir hätten gewonnen!»
Kurz nach Ende der Partie sah Larrionda die Szene am TV. Seine Reaktion: Er schnappte nach Luft und stiess ein «Oh mein Gott!» aus, berichtet die britschen Zeitung «Daily Mail».
Englands verletzter Weltklasse-Verteidiger Rio Ferdinand: «Wir waren am Drücker, wir hätten das Spiel gewonnen, hätte der Schiri genau hingeschaut.»
Fan bepöbelt Capello
Der Referee sei untröstlich und tief bestürzt über seine fatale Entscheidung gewesen. Um ihn vor wütenden englischen Fans zu schützen, stand Larrionda und dessen Schiri-Team die ganze Nacht unter Polizeischutz.
Doch noch viel mehr Unmut zeigten die Anhänger gegen Teammanager Fabio Capello. Bei der Pressekonferenz nach dem Spiel stand plötzlich ein Fan auf und bepöbelte den Italiener. «Ich habe 5000 Pfund bezahlt, um nach Südafrika zu kommen und das Team zu sehen, das du auf den Platz geschickt hast. Du solltest dich schämen!»
«Beschämende Kapitulation»
Die britische Yellow Press schickt Capello bereits zurück nach Italien. «Fabio, es ist Zeit zu gehen», schreibt die «Sun» heute. Die «News of the World» macht ihn verantwortlich für «Englands beschämende Kapitulation».
Capello lässt seine Zukunft offen: «Ich will erst mit dem Verbandspräsidenten sprechen, bevor ich entscheide, wie es weitergeht.»