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«Meine Idee ist es, nichts übrig zu haben. Absolut gar nichts.»
Frank Rabeder (47), Unternehmer und Millionär, hat genug von seinem Reichtum. Er verlost und verkauft seine Besitztümer Stück für Stück. Sein Luxusauto, seine Segelflieger, sein Steinhaus in der Provence, sein Eigenheim im Tirol.
Stattdessen will sich Rabeder in eine kleine Hütte in den Tiroler Bergen zurückziehen und sich ganz seiner Stiftung «MyMicroCredits» widmen (siehe Box).
«Lange Zeit glaubte ich, dass mehr Reichtum und Luxus automatisch auch mehr Glück bedeuteten», sagt Rabeder gemäss «Daily Telegraph». «Ich stamme aus einer sehr armen Familie, die nach der Regel lebte, dass arbeiten dazu da sei, sich mehr materielle Dinge leisten zu können. Danach habe ich auch lange gelebt.»
Rabeder, gelernter Lehrer, hatte sein Vermögen mit einer Linzer Kunsthandwerksfirma gemacht: Der Verkauf von Kerzen brachte ihm schon im Alter von 32 Jahren Millionen. Ausserdem war Rabeder begeisterter Segelflieger und trainierte die österreichische Juniorenmannschaft.
«Keinen einzigen echten Menschen»
Mit dem Reichtum kam irgendwann auch das Gefühl der Sinnlosigkeit. Er habe realisiert: «Ich arbeitete wie ein Sklave für Dinge, die ich gar nicht brauchte oder wollte.» Doch lange habe er den Mut nicht gehabt, sein komfortables Leben zu ändern.
Ferien mit seiner Frau auf Hawaii änderten aber aufs Mal alles: «Es war ein Schock: Ich realisierte, wie leer und seelenlos das Fünf-Sterne-Luxusleben ist. In den drei Wochen gaben wir soviel Geld aus wie man nur kann, aber in der ganzen Zeit hatten wir das Gefühl, keinen einzigen echten Menschen kennengelernt zu haben – alle waren wie Schauspieler», so Rabeber.
Auch Trips nach Südamerika und Afrika liessen Radeber umdenken: «Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass es zwischen unserem Reichtum und ihrer Armut einen Zusammenhang gab.»
Irgendwann war klar: «Wenn ich nicht jetzt mein Leben von Grund auf ändere, werde ich es nie mehr tun.» Die Gründung der Stiftung «MyMicrocredit» war der Auftakt zu Radebers neuem Leben. Ihr kommt der Verkauf von Radeners Lusxusleben zugute. Seit dieser angelaufen ist, fühlt sich der Österreicher «frei, das Gegenteil von belastet!» (gux)
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Karl Radeber: «Wenn ich nicht jetzt mein Leben von Grund auf ändere, werde ich es nie mehr tun.» (ZVG)