Ausdrucken Weiterleiten
 

Unglücklich mit Geld: Österreichischer Millionär verlost sein Vermögen

TELFS (Ö) – Frank Rabeder stammt aus armen Verhältnissen, mit 32 Jahren war er bereits Millionär. Doch jetzt will er sein Vermögen nicht mehr.

Aktualisiert um 15:34 | 09.02.2010
«Meine Idee ist es, nichts übrig zu haben. Absolut gar nichts.»

Frank Rabeder (47), Unternehmer und Millionär, hat genug von seinem Reichtum. Er verlost und verkauft seine Besitztümer Stück für Stück. Sein Luxusauto, seine Segelflieger, sein Steinhaus in der Provence, sein Eigenheim im Tirol.

Stattdessen will sich Rabeder in eine kleine Hütte in den Tiroler Bergen zurückziehen und sich ganz seiner Stiftung «MyMicroCredits» widmen (siehe Box).

«Lange Zeit glaubte ich, dass mehr Reichtum und Luxus automatisch auch mehr Glück bedeuteten», sagt Rabeder gemäss «Daily Telegraph». «Ich stamme aus einer sehr armen Familie, die nach der Regel lebte, dass arbeiten dazu da sei, sich mehr materielle Dinge leisten zu können. Danach habe ich auch lange gelebt.»

Rabeder, gelernter Lehrer, hatte sein Vermögen mit einer Linzer Kunsthandwerksfirma gemacht: Der Verkauf von Kerzen brachte ihm schon im Alter von 32 Jahren Millionen. Ausserdem war Rabeder begeisterter Segelflieger und trainierte die österreichische Juniorenmannschaft.

«Keinen einzigen echten Menschen»

Mit dem Reichtum kam irgendwann auch das Gefühl der Sinnlosigkeit. Er habe realisiert: «Ich arbeitete wie ein Sklave für Dinge, die ich gar nicht brauchte oder wollte.» Doch lange habe er den Mut nicht gehabt, sein komfortables Leben zu ändern.

Ferien mit seiner Frau auf Hawaii änderten aber aufs Mal alles: «Es war ein Schock: Ich realisierte, wie leer und seelenlos das Fünf-Sterne-Luxusleben ist. In den drei Wochen gaben wir soviel Geld aus wie man nur kann, aber in der ganzen Zeit hatten wir das Gefühl, keinen einzigen echten Menschen kennengelernt zu haben – alle waren wie Schauspieler», so Rabeber.

Auch Trips nach Südamerika und Afrika liessen Radeber umdenken: «Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass es zwischen unserem Reichtum und ihrer Armut einen Zusammenhang gab.»

Irgendwann war klar: «Wenn ich nicht jetzt mein Leben von Grund auf ändere, werde ich es nie mehr tun.» Die Gründung der Stiftung «MyMicrocredit» war der Auftakt zu Radebers neuem Leben. Ihr kommt der Verkauf von Radeners Lusxusleben zugute. Seit dieser angelaufen ist, fühlt sich der Österreicher «frei, das Gegenteil von belastet!» (gux)
Karl Radeber: «Wenn ich nicht jetzt mein Leben von Grund auf ändere, werde ich es nie mehr tun.» (ZVG)
Karl Radeber: «Wenn ich nicht jetzt mein Leben von Grund auf ändere, werde ich es nie mehr tun.» (ZVG)
Stimmen Sie ab!
Macht Geld glücklich?
Ja, das tut es.
27.31%
Nein, nur eine Zeit lang.
36.87%
Ich weiss nicht, dafür müsst ichs erst haben.
29.76%

Ich weiss nicht, dafür müsst ichs erst haben.
6.05%

Hier gehts zur Verlosung

Frank Rabeber verlost sein Luxus-Chalet im Tirol für 99 Euro (hier gehts zur Verlosung: luxusvillatirol.at/). Der Erlös der Lose kommt seiner Stiftung mymicrocredit.org/mymicrocredit/ zu: Diese hilft Waisen in Zentral- und Südamerika, die mit der Volljährigkeit die Waisenhäuser verlassen müssen. Kleinkredite sollen ihnen helfen, eine Ausbildung abzuschleissen oder ein Geschäft aufzubauen. Die Kreditgeber erhalten nach Ende der Laufzeit ihr Geld zurück, die Zinsen kommen neuen Projekten der Stiftung zugute.

Das sagen Blick.ch-Leser
Dusan, Zürich - 22:06 | 09.02.2010
» Hallo?
Daniel Aenishänslin, Frenkendorf - 21:33 | 09.02.2010
» Cooler Typ. Aber wie heisst der jetzt doch gleich? Rabeder, Rabeber, Radeber oder etwa doch Radener?
Markus Bieri, Thun - 20:56 | 09.02.2010
» ..und dabei handelt es sich sicher wieder um eine Verarschung. Bereits seit Jahren gibt es eine sogenannte Verlosungen von Häusern und Ferienhäusern...und seltsamerweise kosten diese Lose immer 99 Euro. Ich selber bin darauf hereingefallen ( ja Dummheit tut weh) kurz vor der Verlosung wurde die Anwaltskanzlei aufgelöst, kein Gewinn, kein Geld nix...Zum Teil gibt es diese Immobilien gar nicht..oder aber die Besitzer wissen nichts von Ihrem "Glück"....also finger weg davon. Schlechte Recherche
Ruby Kohler, 2000 - 20:23 | 09.02.2010
» Wenn 100'000 Menschen 99 EUR für ein Los bezahlen, dann hat dieser Herr EUR 9'000'000 Mio. eingenommen. Toll net????
Trudi Balmer, Villmergen - 20:06 | 09.02.2010
» Geld verdirbt den Charakter. Ja dass stimmt wohl zu 90%. Ich kannte Menschen, die hatten einmal gar nichts. Dann erbten sie etwas und wurden zu charakterlosen Typen. Nicht einmal selbst verdient. Wenn ich dann noch diese dekadenten Damen und Herren Reichen sehe, wie die ihren Kindern z.B. Pelze umhängen etc. dann finde ich dass äusserst übel. Aber dass da, mit dem versteigern dieser Villa ist auch nicht dass gelbe vom Ei, mal echt, denn jedes Los kostet 99 Euro, Gewinnchance wie im Lotto! Ha ha
Angebot