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Keine Freunde: Peer Steinbrück (l.) und Josef Pröll. (Reuters)
Josef Pröll ist der Finanzminister in Österreich und wie Hans-Rudolf Merz muss er sich die Tiraden von «Peitschen-Peer» Steinbrück anhören. Nur lässt Pröll die Angriffe nicht einfach auf sich sitzen, sondern schiesst scharf zurück.
Im Interview mit der Zeitung «Kurier» sagt Pröll: «Das Drüberfahren können wir auf keinen Fall akzeptieren. Das sind Emotionen zur Befriedigung niedriger Instinkte oder für Wahl-Zwecke.»
Pröll wirft Steinbrück auch vor, gegen den europäischen Gedanken zu arbeiten. «Über die Medien teilt er aus und schadet damit absichtlich Österreich, Luxemburg und der Schweiz.»
Steinbrück will populistisch punkten
Der Österreichische Finanzminister will die guten deutsch-österreichischen Beziehungen aber beibehalten. Eine Verschlechterung gelte es zu vermeiden. Pröll ist erleichtert, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klare Worte gefunden habe. «Schade, dass die SPD so enge Beziehungen über Bord wirft und versucht, populistisch zu punkten», so der Minister.
Mit populistischen Äusserungen meinte Pröll die Aussage von Steinbrück, der kürzlich Luxemburg, Österreich und die Schweiz mit Ouagadougou, der Hauptstadt des afrikanischen Landes Burkina Faso, verglichen hatte.
«Elefant im Porzellanladen»
In der Wirtschaftskammer Österreich reagierte man gelassen auf die Vorwürfe von Steinbrück. Der Leiter der Kammer, Christoph Leitl, sagte der «Passauer Neuen Presse»: «Österreich ist ein seriöses Land, wir halten uns an die OECD-Regeln. Und gibt dem grossen Nachbarn einen kleinen Seitenhieb: «Wir haben unsere Steuern besser in Ordnung gebracht als gewisse Länder, die derzeit mit Neid auf uns schauen und sich nicht mit der Qualifikation ausdrücken, die angebracht wäre.»
Zum Schluss zahlt es Leitl aber Steinbrück mit barer Münze heim: Er führe sich wie «der Elefant im Porzellanladen auf.» Deutschland solle erstmals seine eigenen Hausaufgaben machen. (num)