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Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Angel Gurría, ruft die Schweiz dazu auf, sich nicht in einen Vergeltungskrieg mit der OECD zu verstricken, weil diese sie auf die graue Liste der Steuerparadiese gesetzt hat.
Vielmehr müsse das «neue, viel härtere Umfeld» alle Staaten anregen, schnell ihre Verpflichtungen zu erfüllen, sagte Gurría heute in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps».
Im Falle der Schweiz sei nicht nur vorgängig informiert, sondern auch auf höchstem Niveau am Thema gearbeitet worden. «Wir haben gewarnt, dass die Maschinerie in Gang gesetzt wurde, dass sie nicht stoppen wird und dass eine Kollision bevorsteht», fügte er an.
Zu den Kriterien befragt, welche die zwölf von der OECD verlangten Doppelbesteuerungsabkommen erfüllen müssen, gab sich der Generalsekretär weniger dogmatisch. «Auch wenn ein Land aufgrund seiner politischen Prozesse nach sechs Monaten immer noch kein Abkommen abgeschlossen hat, heisst das nicht, dass es untätig war.»
Das Letzte, was ein Staat jetzt aber tun sollte, sei, sich in eine Art Krieg mit der OECD zu verstricken, warnte Gurría. «Konzentrieren wir uns lieber auf die grosse Aufgabe, die uns bevorsteht, und auf die Konsequenzen eines Misserfolgs.» (SDA/gux)
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Angel Gurría: «Wir haben gewarnt.» (Keystone)