Obama zu Besuch in Berlin «Ich würde Merkel wählen»

BERLIN - Akropolis adieu, hallo Brandenburger Tor. Bei seinem Abschiedsbesuch in Berlin beschwor Barack Obama den Zusammenhalt der westlichen Welt – und überschüttete die deutsche Bundeskanzlerin mit Lob.

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Mit einem Lächeln und Wangenküsschen hatte Merkel den US-Präsidenten am Nachmittag vor dem Kanzleramt begrüsst. Er revanchierte sich bei der anschliessenden Pressekonferenz mit reichlich Lob an die Bundeskanzlerin.

«Ich glaube, sie ist herausragend gewesen», antwortete Obama auf die Frage, ob er sich eine erneute Kanzlerschaft von Angela Merkel wünsche. Die Entscheidung liege natürlich bei ihr und den deutschen Wählern, fügte er hinzu, um dann nachzuschieben: «Wenn ich hier wäre, und wenn ich Deutscher wäre und eine Stimme hätte; ich könnte sie unterstützen.»

+++Livestream: Barack Obama zu Besuch bei Angela Merkel+++ play
Herzliche Begrüssung: Merkel empfängt Obama vor dem Kanzleramt. REUTERS

Hoffen auf Trump

Ansonsten verlief das Treffen erwartet sachlich. Obama beschwor allen voran den Zusammenhalt der westlichen Welt und insbesondere der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Angela Merkel sei ein Vorbild für das Eintreten für gemeinsame Werte, sagte der scheidende Staatschef.

Sowohl Obama als auch Merkel äusserten die Hoffnung, dass die transatlantischen Beziehungen auch unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump sehr eng blieben. «Ich bin immer optimistisch», sagte Obama. Er verwies darauf, dass Trump nun von einer Wahlkampfphase in einen Regierungsmodus übergehen werde.

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Gut aufgelegt: Merkel und Obama bei der Presskonferenz im Kanzleramt. REUTERS/Kevin Lamarque

Merkel und Obama betonten bei dem gemeinsamen Auftritt auch die Bedeutung des geplanten europäischen transatlantischen Handelsabkommens TTIP, das die EU unter der Obama-Regierung allerdings nicht mehr abschliessen wird.

Beide sprachen sich dafür aus, einen weiteren Anlauf zum Abschluss eines EU-USA-Handelsabkommens zu versuchen. Trump hat sich im Wahlkampf dagegen ausgesprochen.

«Ich werde alles daran setzen, mit dem neuen Präsidenten gut zusammenzuarbeiten», sagte Merkel mit Blick auf Trump, der im Januar ins Weisse Haus einzieht.

Allerdings betonte sie erneut, dass dies nur auf der Basis gemeinsamer Werte geschehen könne. Deutschland habe zwar mehr Verantwortung übernommen, werde aber keinen von den USA unabhängigen Kurs suchen. «Bündnisse sind für uns Teil unseres Schicksals, unserer Zukunft», betonte sie mit Blick auch auf die Nato.

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Obama schlenderte mit dem «Präsidenten-Becher» über den Pariser Platz. AFP

Obamas Wagen hat keinen TÜV

Auf dem Weg zum Treffen mit Merkel hatte sich Obama kurz vor dem Brandenburger Tor gezeigt, als er gut gelaunt von der US-Botschaft über den Pariser Platz zum Hotel Adlon schlenderte. Wie immer mit dabei: sein Kaffeebecher mit dem Siegel des US-Präsidenten.

«Hallo Leute, wie gehts?», sagte Mr. President und freute sich sichtlich über eine Regenpause in der Hauptstadt: «Die Sonne ist rausgekommen. Nicht schlecht» – womöglich eine Anspielung auf seine erste Reaktion nach der Verkündung von Trumps Wahlsieg.

Für den sechsten Besuch Obamas in Deutschland galten höchste Sicherheitsvorkehrungen. Das Berliner Regierungsviertel wurde weiträumig abgesperrt, auf den Dächern am Pariser Platz hielten Scharfschützen die Stellung. Tausende Polizisten standen im Einsatz.

Auf Twitter gönnte sich die Berliner Polizei derweil ein kleines Spässchen auf Kosten des US-Präsidenten. In Bezug auf Obamas Staatskarosse «The Beast» schrieb sie: «Wegen vieler Nachfragen: #thebeast hat keinen TÜV und keine Umweltplakette. Deswegen fahren wir ja auch davor und dahinter.» (gr/SDA)

Publiziert am 17.11.2016 | Aktualisiert am 18.11.2016
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14 Kommentare
  • rolf  sulzer 18.11.2016
    Bemerkenswert, dass die Bundeskanzlerin ihre noch treusten Regierungschefs von F, BG, E und I in den "EU-Hauptsitz" in Berlin
    zwecks Meeting mit Obama geladen hat. Juncker und seine Genossen müssten diese taktische Denunzierung rügen, doch das "Geheimnis" wurde gelüftet, wie Obama auch weiss, the driving Force ist in Berlin und nicht in der Brüsseler Gesetzes-Schmiede.
  • Roger  Stahel 18.11.2016
    Tja die Medien können uns noch viele schöne Märchen erzählen,nur leider bringt uns das überhaupt nicht weiter!
  • Alf  Stein aus Giebenach
    18.11.2016
    Sein Abtritt wird auch Zeit. Er ist ein Blender und Schauspieler. Den Friedensnobelpreis hat er nicht verdient und soll ihn zurückgeben. Seine Worte in Berlin werden schnell wieder vergessen sein.
    • Heinrich  Ochsner 18.11.2016
      ja man hätte auch einen unserer Bundesräte hinstellen können, nur kann man die leider auch als Schauspieler nicht gebrauchen und ihre Worte muss man gar nicht vergessen, da sie nie wahrgenommen werden! Also, wer denn sonst?
  • Helga  Grand aus susten
    18.11.2016
    Die Amerikaner werden sich Obama noch zurück wünschen, wenn sie den Trump als Präsident erleben werden, habe ich eher das Gefühl. Oder dann bereuen nicht Clinton gewählt zu haben.
  • Hanspeter  Oppliger aus Valencia Philippinen
    18.11.2016
    Nun ja, gemacht hat Obama ja nicht viel. Etwas herumgereist. Etwas vermittelt, wie auch immer. Und Frau Merkel haben wir grösstenteils das Flüchtlingschaos zu verdanken. Aber wir schaffen das. Gut das Obama abtritt. Noch besser ist es, dass Frau Merkel abtritt. Die Ideologie von Europa muss ändern, sonst ist Europa dem Untergang geweiht.