Das Rote Kreuz zeigt sich besorgt:
Die Zahl der zivilen Todesopfer in Libyen ist deutlich angestiegen, wie Ärzte nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) berichten. «Wir müssen uns auf das Schlimmste gefasst machen», sagte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger am Donnerstag in Genf. Die Zivilbevölkerung trage «die Hauptlast der Gewalt», sagte Kellenberger. «Die betroffenen Parteien müssen zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden», sagte Kellenberger. Es sei verboten Zivilpersonen anzugreifen und Terror unter der Bevölkerung zu verbreiten. Auch dürften medizinische Einrichtungen und deren Personal nicht angegriffen werden.
Augenzeugen hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi in der Hauptstadt Tripolis und bei weiteren Kämpfen im Westen des Landes wahllos auf Zivilisten schossen und mit Panzer willkürlich auf Häuser feuerten.
Die Ärzte in den Spitälern von Adschdabija und Misrata hätten über einen deutlichen Anstieg von Toten berichtet, sagte Kellenberger. (SDA)
Flugverbotszone ohne Uno-Mandat?
Sowohl in der EU als auch in der Nato wird die geforderte Flugverbotszone ein Thema sein, um die Angriffe gegen die Rebellen zu unterbinden. Als gemeinsame Linie zeichnet sich ab, dass das Flugverbot nur mit einem Mandat des Uno-Sicherheitsrates denkbar ist und auch die Länder der Region dies unterstützen müssten. Russland und China werden dagegen sein. Die Frage lautet somit, ob eine Flugverbotszone, die möglicherweise nur mit Luftangriffen gesichert werden kann, auch ohne Uno-Mandat durchgesetzt werden sollte. Die Nato- Verteidigungsminister werden aber bereits über praktische Massnahmen für eine Flugverbotszone beraten, um darauf vorbereitet zu sein. (SDA)