Gesundheitsreform Obama krebst zurück

WASHINGTON – Zig Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung. Präsident Obama will das nun ändern – doch mit der Brechstange wird er nicht durchkommen.

  • Publiziert: 09.09.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Heute Abend wird Obama die bisher wichtigste Rede als Präsident halten: Kann er den Kongress von seinen Gesundheitsreformen überzeugen? (AP)

Im Streit um eine Reform des US-Gesundheitssystems hat Präsident Barack Obama Kompromissbereitschaft signalisiert. Er stehe neuen Ideen aufgeschlossen gegenüber, erklärte Obama laut dem Text eines von dem Sender ABC gestern Abend vorab veröffentlichten Interviews.

«Aber wir haben vor, noch in diesem Jahr etwas zustande zu bringen.» Obama soll heute zur besten Sendezeit eine mit Spannung erwartete Rede vor dem Kongress halten, um seine Pläne voranzubringen. Das billionenschwere Vorhaben ist ein zentrales innenpolitisches Reformziel des Demokraten.

Obama hat sich für eine staatliche Krankenversicherung ausgesprochen, die im Wettbewerb mit privaten Anbietern stehen würde. Dabei wird er von dem linken, in den USA als «liberal» bezeichneten Flügel seiner Partei unterstützt. Auch die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, nannte eine staatliche Komponente gestern unerlässlich.

Der von Republikanern entschieden abgelehnte Vorschlag wird allerdings auch von immer mehr Demokraten kritisiert. Der Wortführer der «Blue Dogs» genannten konservativen Demokraten im Repräsentantenhaus, Mike Ross, erklärte, er werde auf keinen Fall für eine staatliche Versicherung stimmen.

Der Vorsitzende des Finanzausschusses im Senat, Max Baucus, hat ein System von nicht auf Gewinn ausgerichteten Genossenschaften vorgeschlagen.

Etwa 46 Millionen Menschen in den USA haben keine Krankenversicherung. Die Kosten im Gesundheitswesen liegen bei 2,5 Billionen Dollar und damit pro Kopf höher als in jedem anderen Land.

Allerdings sind Umfragen zufolge die mehr als 250 Millionen versicherten Amerikaner mit ihrer Versorgung zufrieden. Sie befürchten, nach einer Reform schlechter dazustehen. Im kommenden Jahr finden Kongresswahlen statt. (SDA/hhs)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet
3 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für...bullet

Ausland