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Für Leser Silvio aus Siebnen ist klar, dass die Spiele boykottiert werden müssen: «Ein Land, das auf seine Bürger schiesst, darf nicht die Olympischen Spiele austragen.» Gehts nach Dominic aus Wil, sollte man «generell alles aus China boykottieren!»
Isabella aus Zürich setzt die Brille der Teilnehmenden auf: «Ich würde mich als Sportler als Verräter fühlen, wenn ich an solchen Spielen dabei wäre.» Toni aus Bern wittert gerade für die Athleten dort eine Chance: «Ich als Sportler würde bei der Eröffnung ein klares Signal geben. Mit einem Transparent oder einem bedruckten T-Shirt.»
Sportler und Medien gefordert
Für Peter aus Chur sollen neben den Sportlern auch die Medien Druck aufsetzen: «Wenn europäische Journalisten nicht sofort ungehinderten Zugang zu Tibet erhalten, sollen sie nicht über die Olympischen Spiele berichten.» Das Problem habe sich das IOC selbst auferlegt, findet Othmar aus Binningen und fragt sich: «Wieso wurden diese Spiele überhaupt nach China vergeben?»
«China ist nicht allein», ruft Pascal aus Grabs in Erinnerung. Die USA oder Israel seien ebenso Menschenrechts-freie Zone. «Wer jetzt also zum China-Boykott aufruft, sollte auch über einen Israel- oder USA-Boykott nachdenken.»
Ein Boykott bringt nichts
Es gibt aber auch Gegenstimmen. Ähnlich wie Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild (Blick.ch berichtete) hält Jigme aus Zürich einen Boykott für falsch. Begründung: «Weil meiner Meinung nach die Chinesen das den Tibetern nur sehr schwer wieder verzeihen würden.»
Peter Müller aus Zürich erinnert: «Was haben der Boykott 1980 (Moskau) und der Gegenboykott 1984 (Los Angeles) gebracht? Nichts! Das IOC muss vielmehr Druck auf den Veranstalter ausüben.» Als Beispiele nennt er die Streichung von öffentlichen Siegerehrungen oder der Einschub eines spielfreien «Gedenktag für die Opfer».
China ist ein neues Land
Für China spricht sich Han-Jun aus Bern aus: «China ist nach Jahren des Hardliner-Kommunismus ein zunehmend demokratisches Land und öffnet sich. Wer China anprangert, soll zuerst vor seiner eigenen Haustüre wischen.»
Auch Martin, der seit drei Jahren in Guiyang (China) lebt, warnt vor Vorurteilen: «Die Auslandtibeter sehen China und seine Regierung noch immer wie vor 40 Jahren. Tatsache ist jedoch: Dies ist ein neues Land, die Tibeter und auch andere Volksgruppen und Religionen können heute in Freiheit leben!»