Nun schändet New-Age-Guru keine Kinder mehr

  • Publiziert: 29.06.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

LISSABON – Hinter seiner Gitarre wirkt er harmlos – doch Oliver Shanti gilt als einer der schlimmsten Kinderschänder Deutschlands. Ein grosser Fang für die portugiesische Polizei.

Die Vorwürfe gegen Ulrich Schulz alias Oliver Shanti sind happig: Über 100 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern legt ihm die Staatsanwaltschaft München zur Last. Als Produzent von esoterischer Musik hatte der heute 59-Jährige grossen Erfolg und veröffentlichte zahlreiche Schallplatten.

Vor etwa 20 Jahren siedelte er nach Portugal über und lebte in der Kleinstadt Vila Nova de Cerveira, wo er Guru einer sektenähnlichen Kommune war. Nach Angaben des deutschen Bundeskriminalamtes nutzte er den engen Kontakt zu seinen Anhängern aus, um sich sexuell an deren Kindern zu vergehen. Die ersten Fälle von Kindesmissbrauch liegen demnach bereits mehr als 20 Jahre zurück.

Als die Polizei vor sechs Jahren mit einem internationalen Haftbefehl zur Jagd auf den New-Age-Star blies, tauchte er unter. Doch nun ist die Flucht zu Ende und er muss sich für seine mutmasslichen Verbrechen verantworten – vor einer allfälligen Auslieferung nach Deutschland vor einem Gericht in Lissabon.

Der bärtige und schwergewichtige Musiker hatte sich bis zu seinem Verschwinden in der portugiesischen Wahlheimat sehr beliebt gemacht. Der Feuerwehr von Vila Nova de Cerveira stiftete er gar drei Ambulanzen.

Der Stadtverwaltung vermachte er die Statue eines Hirsches, die den Platz vor dem Rathaus ziert. 1994 erhielt er von der Stadt eine Verdienstmedaille. «Wir hatten damals nicht die geringste Ahnung davon, dass der Deutsche irgendetwas mit Kindesmissbrauch zu tun haben könnte», sagte der Bürgermeister der Kleinstadt. (SDA/hhs)

play Oliver Shanti auf dem Fahndungsfoto der bayrischen Polizei. (Polizei Bayern)

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