Norwegen: Massenmörder Breivik bezeichnet sich selbst als Opfer der Justiz

Skien – Im Zivilprozess gegen den norwegischen Staat hat sich der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik am Mittwoch als ein Opfer der Justiz dargestellt. «Ich werde schlimmer als ein Tier behandelt», sagte der 37-Jährige am zweiten Verhandlungstag.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Bis zu 50 Tote und mindestens 60 Verletzte Terror-Anschlag am...
2 Flugzeug auf dem Weg nach Mailand Notlandung und Brand!
3 Chauncy Black (16) muss nicht mehr betteln Er fragte nach Donuts und...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
Fehler
Melden

Breivik ist der Auffassung, seine Haftbedingungen seien ein Verstoss gegen die Europäische Menschenrechtskonventionen. Er wurde für den Mord an 77 Menschen in Oslo und auf der Insel Utøya zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit fast fünf Jahren sitzt er in Isolationshaft und hat nur begrenzten Kontakt zu anderen Menschen.

In seiner rund dreistündigen Aussage im Gefängnis von Skien gab Breivik an, während der ersten zwei Jahre seiner Haft 880 Leibesvisitationen ausgesetzt gewesen zu sein, für die er sich jeweils ausziehen musste.

Ausserdem beklagte er sich über die strenge Besuchskontrolle. Er habe 200 Besuchsanträge an Unterstützer ausgesandt, die von der Gefängnisleitung gestoppt wurden.

Auch die Heiratsanträge an zwei Frauen seien nicht weitergeleitet worden. Die Anwälte der Regierung hatten am Dienstag ausgeführt, dass von den 4000 Briefen, die Breivik empfangen oder verschickt habe, 600 aufgrund ihres Inhalts gestoppt wurden.

In seiner dreistündigen Aussage wurde klar, dass Breivik seine politische Arbeit nicht aufgegeben hat. «Ich bin Nationalsozialist, seit ich zwölf Jahre alt war, und ich werde für den Nationalsozialismus kämpfen, bis ich sterbe», sagte er. Er bezeichnete sich selbst als Sekretär der Partei Nordischer Staat und forderte Brief- und Besuchskontakt zu Unterstützern.

Auf den Nazigruss verzichtete Breivik am Mittwoch. Die Richterin hatte ihn am Ende des ersten Prozesstages gebeten, die Geste mit der ausgestreckten Hand sein zu lassen.

Ein Urteil wird erst in einigen Wochen erwartet. Breiviks Anwalt sagte, er sei vorbereitet, bis vor den Europäischen Menschengerichtshof in Strassburg zu ziehen. Breivik meinte: «Wenn ich das Gericht nicht überzeugen kann, wird der Staat damit Erfolg haben, mich zu töten.» (SDA)

Publiziert am 16.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
teilen
teilen
2 shares
Fehler
Melden
Breivik lässt in seinen Aussagen am zweiten Prozesstag keine Zweifel offen, dass er seine nationalsozialistische Gesinnung nicht aufgegeben hat. play
Breivik lässt in seinen Aussagen am zweiten Prozesstag keine Zweifel offen, dass er seine nationalsozialistische Gesinnung nicht aufgegeben hat. KEYSTONE/AP NTB scanpix/LISE ASERUD

TOP-VIDEOS