Nordafrikaner als «Nafris» bezeichnet Rassismus-Kritik an Kölner Polizei

Nach dem Einsatz rund um die Silvesterfeiern ist die Kölner Polizei erneut kritisiert worden. Dabei geht es um die Bezeichnung «Nafris» für Nordafrikaner. Die Polizei wehrt sich gegen Rassismusvorwürfe.

Polizisten am Bahnhofsvorplatz am Silvesterabend in Köln. play

Polizisten am Bahnhofsvorplatz am Silvesterabend in Köln.

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Nach den zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln im vergangenen Jahr wollte die Polizei verhindern, dass sich so etwas diesmal wiederholt. Die Verdächtigen und Verurteilten waren vor einem Jahr überwiegend Nordafrikaner.

In diesem Jahr setzten Polizisten am Kölner Hauptbahnhof deshalb mehrere hundert verdächtige Männer fest, vornehmlich nordafrikanischer Herkunft. Polizeipräsident Jürgen Mathies sprach von «konsequentem Einschreiten». Es stelle sich aber die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmässigkeit, sagte Grünen-Chefin Simone Peter der «Rheinischen Post» am Montag.

Mathies hatte sich gegen den Vorwurf des «racial profiling» verwahrt, womit ein gezieltes polizeiliches Vorgehen nach ethnischen Gesichtspunkten bezeichnet wird.

Peter kritisierte zudem die Verwendung des Begriffs «Nafris» für Nordafrikaner, wie es die Kölner Polizei auf Twitter am Silvesterabend tat. «Völlig inakzeptabel ist der Gebrauch von herabwürdigenden Gruppenbezeichnungen wie 'Nafris' für Nordafrikaner durch staatliche Organe wie die Polizei», sagte Peter.

Am Sonntag hatte sich Polizeipräsident Mathies auch dazu geäussert. Seiner Einschätzung nach hätte der Begriff «Nafri» besser nicht nach aussen verwendet werden sollen. Eine Häufung an Straftaten von Personen aus dem nordafrikanischen Raum lasse sich aber nicht bestreiten, und dafür müsse polizeiintern auch ein Begriff gefunden werden. Mathies betonte, dass die allermeisten in Deutschland lebenden Nordafrikaner natürlich keine Straftäter seien. Aber der Begriff sei sehr unglücklich verwendet geworden in der Situation. (...), sagte Mathies am Montag im WDR. «Das bedauere ich ausserordentlich.»

Rückendeckung bekam die Kölner Polizei vom Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. «Die Sicherheitskräfte in Köln haben hervorragende Arbeit geleistet und schwere Straftaten verhindert», sagte er der «Huffington Post». Auch den Vorwurf des «racial profiling» wies er zurück. (SDA/gru)

Publiziert am 02.01.2017 | Aktualisiert am 02.01.2017
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37 Kommentare
  • Hans Adam  von Lippe Biesterfeld aus Nidau
    02.01.2017
    Nein,schon klar. Wenn man weiss das man letztes Jahr ausschließlich mit Nordafrikaner Probleme hatte,kontrolliert man im Folgejahr natürlich nur einheimische oder Asiaten. Alles andere wäre ja politisch unkorrekt!und der Skandal über den man sich aufhalten muss sind selbstverständlich nicht die sexuellen Übergriffen,sondern die (völlig korrekte!) Abkürzung "Nafri" gehts noch etwas devoter und selbst zerstörerischer??
  • Boris  Kerzenmacher 02.01.2017
    Die Kritiker des "Profiling" hätten es wohl lieber, wenn nur alte weisse Männer und südostasiatische Frauen kontrolliert werden...
  • Mark  Bachmann , via Facebook 02.01.2017
    Die Frau Peters geht in dieser schwierigen Zeit die wichtigen Probleme an! Ist die Bezeichnung politisch korrekt?! Die Polizei sollte mal 1 Woche streiken, aber auch wenn sie nichts macht, wird sie wohl von allen Seiten kritisiert. Bald will dieser Job keiner mehr machen, ich könnts verstehen!
  • Lichtenhagen  Peter aus Adliswil
    02.01.2017
    Na und? Da diese Herren (99 Prozent sind männlich) hier nach Europa kommen um nicht einer normalen Arbeit nach zu gehen sehe ich das Problem nicht. Nafri ist eine Abkürzung wie Ösi, Ossi, Gringo und was auch immer. Und jeder der sich darüber aufregt soll doch so einen Nafri bei sich aufnehmen oder diesem gleich das Konto überweisen und den Hausrat übergeben.
  • Aron  Ottiger 02.01.2017
    Die Simon Peters ist in Thailand auch der Farang, oder in Hong Kong der Gweilo, oder in China der Lauwai, oder in Mexico der Gringo usw. und so fort. Und warum höre ich betreffend diesem von Ihr.Muss aufhören zu schrieben. Ein gutes neues Jahr allen, besonders uns Kuhschweizern.