Sumatra-Beben Noch immer bis zu 4000 Menschen verschüttet

  • Publiziert: 03.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

JAKARTA – Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra rechnen die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz immer noch mit bis zu 4000 Verschütteten.

«Wir schätzen, dass noch zwischen 3000 und 4000 Menschen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude begraben sind», sagte UNO-Hilfskoordinator El Mostafa Benlamlih heute Morgen. Auch Bob McKerrow von der Internationalen Föderation vom Roten Kreuz und Roten Halbmond schätzt die Zahl der Verschütteten auf bis zu 4000.

Das Beben der Stärke 7,6 hatte am Mittwoch den Westen Sumatras erschüttert. In der am schwersten betroffenen Stadt Padang sind rund ein Viertel der Häuser zerstört. Mehrere Dörfer in der Umgebung wurden nach Einschätzung des Roten Kreuzes völlig verwüstet.

Die Regierung ging bisher von 777 Toten aus, die UNO spricht von mehr als 1100 Toten. Laut UNO-Vertreter Benlamlih haben Verschüttete eine maximale Überlebenschance von fünf Tagen.

Schwierige Hilfe

Zwar trifft immer mehr internationale Hilfe ein. Doch zu den entlegenen Gebieten auf der Insel kommen die Rettungskräfte nur schwer voran.

Am Flughafen von Jakarta wurden neue Lieferungen erwartet, die in das mehr als 900 Kilometer von der Hauptstadt entfernt gelegene Katastrophengebiet gebracht werden sollen. Auch per Schiff war Hilfe unterwegs.

Rettungstrupps schwärmten von Padang in die umliegenden Ortschaften aus. Viele Helfer trugen Mundschutz, um sich gegen den in der Hitze aufsteigenden Verwesungsgeruch zu schützen.

Helfer aus der Schweiz und aus Japan waren mit Suchhunden im Einsatz. Spezialisten kamen unter anderem aus Australien, Singapur und Südkorea. Die Europäische Union stellte drei Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung.

Hoffnung aufgegeben

Auf Samoa haben die Rettungskräfte nach dem verheerenden Tsunami vom Dienstag bereits alle Hoffnung aufgegeben, noch Überlebende zu finden. Neuesten Angaben zufolge kamen auf den Inseln im Pazifik mindestens 180 Menschen ums Leben, weitere gelten noch als vermisst.

Die Regierung bot den Hinterbliebenen an, alle Opfer gemeinsam feierlich zu bestatten. Die Initiative sei bei den meisten Angehörigen auf positives Echo gestossen, sagte ein Pressesprecher. Allerdings seien einige der Opfer bereits beerdigt. Nach seinen Angaben ist die nationale Trauerfeier für Dienstag vorgesehen. (sda)

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