Nirgends passieren so viele Morde wie in Caracas Die gefährlichste Stadt der Welt

Nirgendwo auf der Welt ist man weniger sicher als in Caracas. Die venezolanische Hauptstadt weist die höchste Mordrate ausserhalb eines Kriegsgebiets auf. Die Aufklärungsrate ist indes verschwindend klein.

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Venezolanische Sicherheitskräfte bei einem Einsatz in Caracas: In keiner anderen Stadt geschehen mehr Morde. (Symbolbild) KEYSTONE/EPA EFE/MIGUEL GUTIERREZ

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2014 wurden in der Schweiz 42 Menschen umgebracht – das ergibt einen Wert von 0,5 Tötungsdelikten pro 100'000 Einwohner. Allein im Dezember desselben Jahres zählte Venezuelas Hauptstadt Caracas 468 gewaltsame Todesfälle. Die südamerikanische Metropole weist mit fast 120 Tötungsdelikten pro 100'000 Einwohnern die höchste Mordrate ausserhalb von Kriegsgebieten auf. Laut der neusten Statistik der mexikanischen Nichtregierungsorganisation «Bürgerrat für öffentliche Sicherheit und Strafrecht» ist Caracas der gefährlichste Ort der Welt.

Venezuela ist gemäss UN-Informationen das einzige Land, in dem die Mordrate seit 1995 immer weiter in die Höhe geschnellt ist. Die Aufklärungsrate ist im Gegensatz dazu verschwindend klein – sie liegt bei unter zehn Prozent. Im Jahr 2010 etwa wurden auf hundert Mordfälle nur neun Personen verhaftet. 91 Tätern wurde nie etwas nachgewiesen.

Offizielle Statistiken gibt es in Venezuela schon lange nicht mehr. Die Politik versucht, das Thema so gut wie möglich unter den Teppich zu kehren und verspricht immer wieder Änderungen und Verbesserungen. Der 2013 verstorbene Revolutionsführer Hugo Chávez trägt laut «Welt.de» eine «moralische Mitverantwortung für die wachsende Kriminalität».

Getrieben von der Panik einer amerikanischen Invasion liess er sozialistische Milizen in den Slums von Venezuela mit Waffen ausrüsten. Doch die Amis kamen nicht, die Venezolaner mussten ihre Revolution nicht verteidigen. Aber die Banden hatten sich ein Waffen-Arsenal angeschafft – und nutzen ihre militärische Macht jetzt für ihre eigenen Zwecke.

EDA warnt vor Venezuela-Reisen

Caracas ist nicht nur die gefährlichste Stadt der Welt, sie gehört auch zu den teuersten. Wie die britische Wochenzeitschrift «The Economist» schreibt, kostet ein Kilogramm Brot umgerechnet satte elf Franken.

Laut Uno ist das extreme Ungleichgewicht zwischen arm und reich zwar zurückgegangen, ist sogar kleiner als irgendwo sonst auf dem lateinamerikanischen Festland. Entgegen anders lautenden Studien hat das die Gewalt im Land aber nicht geschmälert – im Gegenteil. Die Soziologin Veronica Zubillaga bezeichnet das Phänomen auf «Spiegel Online» als «Paradox von Caracas». Nicht existierende oder korrupte Sicherheitskräfte senken zudem die Hemmschwelle für Selbstjustiz. Vor gut zwei Jahren enthüllte eine Umfrage, dass es mehr als jeder dritte Venezolaner ein Leichtes fände, einen Mord in Auftrag zu geben.

Auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA warnt vor Reisen nach Venezuela. «Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch und nimmt weiter zu. Der Besitz von Schusswaffen ist weit verbreitet, und Kriminelle machen immer häufiger und ohne Zögern davon Gebrauch», heisst es auf der Website.

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Die frühere Miss Venezuela Mónica Spear (Archiv) Keystone

Der Bericht des «Bürgerrats für öffentliche Sicherheit und Strafrecht» listet San Pedro Sula in Honduras auf dem zweiten Platz. Die zweitgrösste Stadt des Landes lag zuvor während vierer Jahre an der Spitze. Den dritten Platz belegt San Salvador. In der Hauptstadt von El Salvador kommen 108 Morde auf 100'000 Einwohner. Allein am Neujahrstag 2016 wurden 35 Menschen umgebracht. Die «überwältigende Mehrheit der 50 gefährlichsten Städte der Welt» liege in Lateinamerika.

Einer der prominentesten Morde in Venezuela ist der von Schönheitskönigin Mónica Spear Mootz (†29). Bei einem Raubüberfall Anfang 2014 eröffneten die Täter auf der Schnellstrasse zwischen Puerto Cabello und Valencia das Feuer auf sie und ihren Mann, nachdem diese wegen einer Autopanne angehalten hatten. Die damals fünfjährige Tochter, die sich ebenfalls im Auto befand, überlebte den Übefall. (lex)

Publiziert am 26.01.2016 | Aktualisiert am 26.01.2016
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12 Kommentare
  • RONALD  SCHMID aus MIAMI
    26.01.2016
    Die meisten Voelker verdienen ihre Fuehrer.

    Der kleine Mann wollte doch einen gratis Kuehlschrank.



  • Hans  Müller 26.01.2016
    Ist das nicht eines dieser gleichen, gerechten, sozialistischen Musterstaaten von denen unsere Linken dauernd schwärmt? Das ist doch gelebter Sozialismus! Sowas wünscht sich unsere SP.
  • Martin  Fürst aus Zürich
    26.01.2016
    Der Sozialismus nach Prägung Simon Bolivars führt dazu, dass jeder den anderen auffressen muss, wenn er überleben will.
  • Re  Sto , via Facebook 26.01.2016
    Bin überrascht, dass überhaupt mal jemand darüber schreibt. Aufgeklärt was in Venezuela wirklich passiert wird viel zu wenig. Leider sind die Lager nicht nur in Venezuela gespalten, auch weltweit gibt es tatsächlich Leute die dem sozialistischen Regime die Stange halten und mit dem Che Guevara TShirt herumspazieren als wäre es "lässig" und Fidel Castro und Kuba cool finden. Als Direkt-Betroffener muss ich den vielen Chavez Anhänger und Sozialisten leider mitteilen, ihr seid gescheitert.
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    26.01.2016
    Die Welt weiss wie die Ueberbevoelkerung zu dezimieren ist.
    • Marie-Luise  Reck aus Turbenthal
      26.01.2016
      Herr Safnanno MutterNatur wirds richten wie sie es schon immer getan hat und das ist gut so.