New York im Ausnahmezustand «Snowzilla» fordert 19 Tote

  • Einer der schwersten Schneestürme seit Jahren hat weite Teile des Ostens der USA lahmgelegt.
  • Nach bisherigen Angaben sind 19 Menschen wegen dem Schneesturm gestorben.
  • Rund 200'000 Menschen waren zeitweise ohne Strom.
  • Im vom Sturm heimgesuchten Gebiet leben rund 85 Millionen Menschen.
  • Die Swiss fliegt New York seit gestern nicht mehr an. Insgesamt wurden für Freitag und Samstag 7100 Flüge annuliert.
  • Die Stadt New York hat ein komplettes Reiseverbot verhängt.
  • In der US-Hauptstadt Washington wurden alle Schulen geschlossen.
Schon 19 Tote wegen Monster-Schneesturm

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Die Amis sprechen von «Snowzilla», es ist einer der schwersten Schneestürme seit Jahren. Der Monster-Blizzard hat weite Teile des Ostens der USA lahmgelegt und 19 Menschen das Leben gekostet - meist wegen Autounfällen im Schnee. Im ganzen betroffenen Gebiet gab es Hunderte Verkehrsunfälle, Autofahrer strandeten auf den Strassen, auf vielen Flughäfen ging nichts mehr.

Rund 200'000 Menschen waren am Samstag zeitweise ohne Strom. In der Bundeshauptstadt Washington kam das öffentliche Leben völlig zum Stillstand, und auch die Grossstädte Baltimore und Philadelphia waren besonders schwer betroffen.

In New York ging ebenfalls nicht mehr viel. Bis zum Sonntagmorgen musste sich die Bevölkerung auf bis zu 40 Zentimeter Schnee einstellen. Wegen des starken Schneesturms untersagte Gouverneur Andrew Cuomo alle Autofahrten in New York City, Long Island sowie auf Brücken und in Tunneln von und nach New Jersey. Das Verbot gelte ab 14.30 Uhr am Samstag (Ortszeit, 20.30 Uhr MEZ), teilte das Büro des Gouverneurs mit.

Zudem sollten ab dem Nachmittag (Ortszeit) der Zugverkehr in und um die Stadt teilweise sowie der U-Bahn-Verkehr auf oberirdischen Gleisen und der öffentliche Busverkehr komplett eingestellt werden. Die Züge vereisten und blieben liegen, hiess es.

Unterirdisch sollte die U-Bahn mit eingeschränktem Fahrplan aber weiterhin fahren. Auch die Kulturwelt zog Konsequenzen: Alle Nachmittags- und Abendvorstellungen am Broadway am Samstag wurden abgesagt.

85 Millionen Menschen betroffen

Für mehr als 85 Millionen Menschen - rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung - in mindestens 20 Bundesstaaten galten Unwetterwarnungen. Zu den heftigen Schneefällen kamen insbesondere in den küstennahen Gebieten schwere Stürme mit extrem schlechter Sicht. In New Jersey peitschten Sturmböen ausserdem hohe Wellen an Land, und es kam zu Überschwemmungen.

Swiss meidet New York

Auf den winterlichen Strassen brach vielerorts der Verkehr zusammen. Rund 1000 Unfälle meldete die Polizei allein in Virginia, wie CNN berichtete. Ein Mensch kam dort ums Leben. Sieben weitere Tote gab es in den Bundesstaaten Kentucky und North Carolina.

Auch der Flugverkehr war betroffen. Allein an den Flughäfen in New York und New Jersey wurden nach Zählung der Website Flightaware.com rund 1000 Flüge gestrichen. Der Sender CNN sprach von insgesamt mehr als 9400 Flugausfällen bis Sonntag.

Die Swiss hat ebenfalls reagiert: Für heute und morgen wurden alle Flüge nach New York gestrichen (BLICK berichtete). Wie «watson.ch» gestern schrieb, wurden die Passagiere informiert – ihre Flüge wurden umgebucht. Derzeit geht man davon aus, dass sich der Flugverkehr ab morgen Sonntag wieder normalisiert.

«Ein Wind, der uns Sorgen macht»

In Fort Washington in Maryland starb ein 60 Jahre alter Mann beim Schneeschaufeln an einem Herzinfarkt, wie Feuerwehrsprecher Mark Brady sagte. Auf einer Autobahn in Kentucky sassen Tausende Menschen teils mehr als 20 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Nach US-Fernsehberichten stauten sich die Autos zeitweise auf einer Länge von mehr als 50 Kilometern.

Satellitenbild der Nasa: Der Schneesturm hat beinahe die gesamte Ost-Küste lahmgelegt. play
Satellitenbild der Nasa: Der Schneesturm hat beinahe die gesamte Ost-Küste lahmgelegt. Keystone

Die Schneefront hatte sich am Freitag von Georgia über Kentucky und North Carolina nordwärts ausgebreitet, in zahlreichen Gebieten musste sich die Bevölkerung auf 36 Stunden ununterbrochenen Schneewirbel einstellen. So wurden in Washington bereits am Samstagmorgen bis zu 40 Zentimeter Schnee gemessen - Meteorologen hielten es für möglich, dass bis Samstagnacht mehr als 30 Zentimeter hinzukommen.

Nach den heftigen Schneefällen von Freitag und Samstag wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler. (SDA/gr/vsc)

Publiziert am 23.01.2016 | Aktualisiert am 24.01.2016
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85 Millionen Menschen in Gefahr Monster-Sturm erreicht die US-Ostküste

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19 Kommentare
  • Dieter  Neth aus Trimbach
    24.01.2016
    Die Amis lieben es, mit ihrem verrückten Wetter eine Show abzuziehen. Das ist kein Weltuntergang. In Washington werden sie vielleicht estwas Mühe haben beim Ausbuddeln, aber weiter nördlich ist der Räumdienst gut. Bis dann setzt man sich ins dunkle Wohnzimmer, ist Sandwiches und trinkt Milch und wähnt sich als Pionier in der Blockhütte. Hab sowas mal 2003 in Massachusetts erlebt. Schon eindrücklich 5 cm Neuschnee pro Stunde, für 15 Stunden! Aber Tags darauf war der Schnee gepflügt.
  • Larry  Kaufmann 24.01.2016
    Besten Dank für die Kommentare von denjenigen, welche die oft brutalen Wetterverhältnisse in USA kennen und nicht einfach quatsch schreiben.
  • Georg  Huber-Krahling , via Facebook 23.01.2016
    Wohne 50 km nordwestlich von Washington DC und wir hatten 80 cm Schnee innert 24 Stunden. Einen Blizzard habe ich in der Schweiz noch nie erlebt so an alle die mal wieder ueber die Amis laestern sage ich nur haltet die Klappe
  • Chris  Patton aus Biel
    23.01.2016
    Was haben wir in der Schweiz für Schwätzer, bei uns läuft nichts nach 15 cm Schnee Anfang Januar aber über die Amis welche ganz andere Wetter Kapriolen ertragen müssen, können wir herrlich urteilen. Ich habs mal erlebt und das hat mit dem Schweizer Winter nicht viel zu tun.
    • Bernd  Lehnherr , via Facebook 23.01.2016
      @Ja Chris Patton,Sie haben vollkommen Recht und Danke fuer die Aufklaerung.Manche haben das wirklich noetig.Kuerzlich haben wir ueber die vielen Naturkatastrophen unter dem die ganze USA oft zu leiden hat,diskutiert.Ich sagte fuer die ganze Welt wird bei Naturkatastrophen gespendet.Meistens gehoere ich auch mit kleineren Betraegen zu den Spendern.Fuer die Amerikaner zu sammeln,die ebenfalls oft alles verlieren,habe ich noch nie etwas gehoert und vernommen.Alles Gute den Leidtragenden in den USA,
  • Walter  Liechti 23.01.2016
    An Weihnachten konnten sich die New York er/innen genüsslich im T-Shirt sünnelen und jetzt müssen sie derart dafür büßen, mir tun sie echt leid, ich wünsche ihnen rasch bessere Wetterbedingungen.