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Vor der Grossen Strafkammer des Landgerichts Mannheim wird alles ein bisschen anders sein, nächsten Montag. Dann geht nämlich der Prozess gegen Jörg Kachelmann (52) los.
An den 15 bisher angesetzten Verhandlungstagen sollen insgesamt vier Gutachter und 23 Zeugen aussagen. Darunter auch die Eltern des mutmasslichen Opfers. Die Liste der Zeugen liegt der «Bild» vor.
Paparazzi auf sechs Spuren
Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, liegt die Zukunft des Wettermoderators in den Händen von drei Berufsrichtern und zwei Laienrichtern. Diese wissen noch nichts davon, dass sie ausgerechnet beim Kachelmann-Prozess hinzugezogen werden. Auf den Plätzen der drei Berufsrichter sitzt eine Frau.
Spätestens bei ihrer Ankunft werden die Laienrichter aber merken, für welchen Prozess sie aufgeboten wurden. Denn das Trottoir vor dem Gerichtsgebäude wird gesperrt sein und ein Sicherheitskorridor eingeplant.
Die sechsspurige Bismarckstrasse: Fotografen, Fernsehkameras und Schaulustige stehen dicht gedrängt. Die Übertragungswagen der Fernsehstationen werden wegen der Bäume nicht vor dem Gerichtsgebäude Platz haben, sondern vis-à-vis im Ehrenhof des Schlosses Mannheim.
Nur RTL und ZDF dürfen filmen
Verhandelt wird der Fall Kachelmann in Saal 1 mit blauem Boden, Holztäfer und dem Wappen Baden-Württembergs im Rücken der Richter. Die ersten drei Sitzreihen sind für 48 Medienvertreter reserviert, davon sind zehn aus der Schweiz. 86 Plätze sind für die Öffentlichkeit bestimmt, dann ist der Saal voll.
Im Saal sind zwei deutsche Fotografen zugelassen. Nur die deutschen TV-Stationen RTL und ZDF dürfen mit jeweils einer Kamera drinnen filmen.
Neun Frauen reden über «ihren Kachelmann»
Was sie filmen werden, ist Folgendes: Am ersten Verhandlungstag verliest Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge die elfseitige Anklageschrift.
Der Vorwurf: Laut Anklage soll Kachelmann seine Ex-Freundin Sabine W. (37) in deren Wohnung in der Nacht zum 9. Februar bedroht und vergewaltigt haben.
Insgesamt neun Frauen, zu denen Kachelmann Kontakt hatte, werden als Zeuginnen vor Gericht aussagen.
Das mutmassliche Opfer, die deutsche Radiomoderatorin Sabine W. (37) soll erst am 13. Oktober, dem neunten Verhandlungstag, zu Wort kommen. (jes)