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Das Zentrum des Nachbebens der Stärke 4,9 habe in etwa zehn Kilometer Tiefe rund 65 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince gelegen, berichtete die US-Geologiebehörde USGS gestern Abend (Ortszeit). Über neue Schäden oder Verletzte ist noch nichts bekannt.
Die andauernden Nachbeben versetzen die Menschen weiterhin in Panik. «Wir können uns nicht daran gewöhnen», sagte ein Händler in Port-au-Prince, «jedes Nachbeben ist furchterregend und alle haben Angst». Nach Erwartung der USGS müssen die Haitianer noch vier Wochen lang mit Nachbeben rechnen.
Unicef impft Kinder
Die Nothilfe für die Überlebenden geht derweil weiter. Die Unicef gab heute eine Impfkampagne bekannt. 600000 Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren sollen gegen Masern, Tetanus und Diphtherie immunisiert werden, teilte das Uno-Kinderhilfswerk in Paris mit.
Erste Erfolge meldete die Unicef im Kampf gegen illegalen Kinderhandel. In Abstimmung mit dem Kinderhilfswerk habe die haitianische Regierung die Präsenz an den Grenzen verstärkt, hiess es.
Die Überlebenden bedrängten weiter zu Tausenden die Ausgabestellen der internationalen Helfer. Überall in der Stadt wurden Schilder und Plakate aufgestellt, auf denen in Englisch oder Französisch «SOS», «Wir brauchen Hilfe» und «Wir brauchen Essen und Trinken» geschrieben steht.
Warnschüsse auf Plünderer
Bei der Ausgabe von Wasser und Nahrungsmitteln vor dem Präsidentenpalast mussten Uno-Friedenstruppen aus Brasilien Tränengas einsetzen, um dem Andrang der Menge Herr zu werden. «Sie sind nicht gewalttätig», sagte Uno-Einsatzleiter Fernando Soares. «Sie sind einfach verzweifelt. Sie wollen nur etwas zum Essen ergattern. Das Problem ist: Es gibt nicht genug für alle.»
In Port-au-Prince gibt es derzeit über 300 wilde Camps von Obdachlosen auf Strassen, freien Flächen und in Parks. Insgesamt sollen so eine halbe Million Menschen leben. Die Uno will nun rund hunderttausend von ihnen ausserhalb der Hauptstadt in zehn grossen Camps unterbringen. (SDA/hhs)