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«Hab keine Angst Neda! Bleib bei mir, Neda, bleib bei mir!», der Mann schreit es verzweifelt, ein anderer ruft nach einem Auto – doch Neda stirbt. Ihr Todeskampf wird mit Handyvideos dokumentiert und er schürt die Kräfte des Widerstands neu.
Das Video wird immer wieder auf Youtube gestellt, die Verbreitung ist nicht mehr aufzuhalten. Die iranischen Demonstranten, die sich den Namen «Neda» als Symbol für die Rebellion auf die Brust geschrieben haben, versuchen, die Frau zu identifizieren. Ihr Bild wird tausendfach im Netz verbreitet. Neda Agha Soltan soll die blutüberströmte junge Frau heissen. Eine 27-jährige Philosophie-Studentin – einige schreiben, sie sei 16-Jährig –, die durch die Kugeln der iranischen Regierung sterben musste.
Noch sind alle Meldungen unbestätigt und mit Vorsicht zu geniessen. Neu gibt es nun ein Video, das Neda vor dem tödlichen Zwischenfall zeigen soll. An ihrer Seite: Der Mann im blauweiss-gestreiften Hemd – es soll ihr Vater sein.
Und die Mörder werden fieberhaft gesucht. Einige Blogger veröffentlichten Bilder von bewaffneten Sicherheitskräften auf Motorrädern. Doch wer die tödlichen Kugeln abfeuerte, wird wohl nie geklärt werden.
«Neda starb mit offenen Augen, wie viele von uns leben mit geschlossenen Augen?» oder «Es brauchte nur eine Kugel, um Neda zu töten. Es braucht nur eine Neda, um die iranische Tyrannei zu stoppen», so schreiben es derzeit viele Iraner im Internet.
Die Umstände um Nedas Beerdigung bleiben indes unklar: Eine ABC-Korrespondentin schreibt, Neda sei schnell beerdigt worden, um einen Massenauflauf zu verhindern, andere künden die Beerdigung für morgen Nachmittag an. (num)