Nazi-Braut jammert vor Gericht Zschäpe und die Sekt-Suff-Beichte

Nazi-Braut Beate Zschäpe musste ihren Kummer über die Morde ihrer NSU-Kollegen offenbar im Alkohol ertränken. In einem ausführlichen Schreiben erzählt sie von ihrer Alkoholsucht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nasa informiert heute über Jupitermond-Erkenntnisse Gibt es Leben auf...
2 Clinton gewinnt TV-Duell gegen Trump «Er hat etwas zu verbergen»
3 Trump, der schlechte Verlierer Falsche Fragen, defektes Mikrofon,...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
21 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Nazi-Braut Beate Zschäpe (40) hat im Dezember erstmals ihr Schweigen gebrochen, ihr Anwalt hatte ihre Aussage vorgelesen. Das Gericht hatte darauf noch fragen. Die hat Zschäpe jetzt schriftlich beantwortet.

Zunächst schreibt sie ausführlich von ihrer Alkoholsucht. «Mit 15 Jahren begann ich unregelmässig Sekt zu trinken», schreibt sie. Mit der Zeit hat sie immer mehr getrunken. «Bis zum Untertauchen im Jahr 1998 trank ich etwa jeden zweiten Tag eine Flasche Wein.»

Ab 2006 – nach kurzer Abstinenz – wird es richtig schlimm. «Anfangs trank ich etwa eine Flasche pro Tag, zum Schluss zwei bis drei Flaschen über den Tag verteilt.» Ihre NSU-Kollegen Uwe Böhnhardt (†38) und Uwe Mundlos (†34) hielten nichts von Alkohol. Deshalb trank Zschäpe heimlich. «Die leeren Flaschen hatte ich heimlich entsorgt.» Vor allem wenn Böhnhardt und Mundlos wieder eine Straftat begangen hatten, griff sie vermehrt zur Flasche.

Böhnhardt und Mundlos verehrten Soldaten aus dem 2. Weltkrieg

Zschäpe schreibt auch darüber, wie die beiden Uwes so drauf waren. «In den ersten Jahren unseres Zusammenseins hatte er [Uwe Böhnhardt] das Dritte Reich verherrlicht. Er verehrte jedoch nicht Hitler, sonder die Leistung der Soldaten im Zweiten Weltkrieg.»

Sie schreibt von Böhnhardts Hass gegenüber Ausländern, will aber betonen, dass sie gerne in Restaurants mit ausländischer Küche assen. Eine Nachbarin hatte beim Prozess enthüllt, dass Zschäpe heimlich Döner esse.

Über Böhnhardt schreibt sie weiter, dass er ein «Waffennarr» und «sehr reizbar war und regelrecht ausrasten konnte». Uwe Mundlos hingegen sei nicht so schnell gewaltbereit gewesen. Sie selbst war einverstanden, dass man Waffen bei Raubüberfällen als Druckmittel einsetzte. Dass Böhnhardt und Mundlos aber von ihnen gebrauch machen würde, glaubte sie nicht: «Ich hätte dies bei beiden nicht für möglich gehalten, bevor sie mir vom Mord an Enver Simsek berichtet hatten.»

Wenn es um die NSU-Morde geht beteuert Zschäpe auch in dem Schreiben: «Die Gewaltanwendung, insbesondere die Mordtaten und Bombenanschläge, verurteile ich nach wie vor zu tiefst.»

Zschäpe tauchte zwar mit Böhnhardt  unter, richtig vertraut hat er ihr aber nicht. «Er sagte mir, er wisse nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich eingesperrt sei. [...] Er sagte mit, dass er nicht sicher sei, ob ich in diesem Fall nicht singen würde.»

Böhnhardt und Mundlos wollten nach Südafrika auswandern

Mundlos und Böhnhardt hatten vor, nach Südafrika auszuwandern. «Sie wollten ein ganz normales, bürgerliches Leben in Südafrika aufbauen», schreibt die Nazi-Braut. Sie wäre aber auf keinen Fall mitgegangen. «Mit Südafrika verband ich eine fremde Sprache und ein für mich zu heisses Klima – ich hätte dort den Winter vermisst.»

Zschäpe äussert sich auch zu den NSU-Morden und den Bombenanschlägen – wenn auch nicht sehr detailliert. «Die beiden erzählten mir, dass sie die Bombe gemeinsam gebaut hätten.» Abgehalten hat Zschäpe ihre Kollegen nicht, denn sie habe «resigniert». «Ich sah keine Möglichkeit, sie von ihrem weiteren Tun abzuhalten.» (kab)

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 23.02.2016
teilen
teilen
21 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

2 Kommentare
  • Hans  Scheidegger 22.01.2016
    Es erstaunt mich, dass dieser Prozess jetzt dann bald drei Jahre dauert und es Zschäpe immer wieder gelingt, diesen zu verlängern. Sie hat jahrelang in der Illegalität agitiert. Sie versucht, sich mit allen Mitteln reinzuwaschen , um Strafmilderungen zu bekommen. Und sie hat auch noch am Schluss das Haus, in dem sie wohnte, angezündet um Beweise zu vernichten, obwohl noch eine alte bettlägerige Frau dort wohnte; diese wurde erst im letzten Moment gerettet. Ich hoffe auf ein baldiges Urteil.
    • Heinz  Meier 23.01.2016
      frau zschäpe ist nicht die schuldige, dass dieser prozess sich so in die länge zog, sondern ihre drei anwälte.
      aus diesem grund gab es einen wechsel in der verteidigung.
      der hausbrand ist nur ein kleines detail.
      bis anhin konnte noch kein beweis erbracht werden, dass beate zschäpe an einem mord direkt beteiligt war.
      soviel zu ihren äusserungen, die allenfalls auf vermutungen basieren.