KABUL - Elite-Truppen aus den USA und Grossbritannien holen vier Geiseln eines Schweizer Hilfswerkes aus ihrem Höhlen-Gefängnis.
Elf Tage lang hielten Terroristen vier Mitarbeiter der Schweizer Hilfsorganisation Medair in Afghanistan fest. Jetzt gelang es 70 Elite-Soldaten aus den USA und Grossbritannien, die vier Geiseln zu befreien. Am Sondereinsatz beteiligt laut «Telegraph»: Obamas Supersoldaten des Team 6 der Navy's Seals. Sie brachten schon Kaida-Chef Osama Bin Laden zur Strecke.
Die Elite-Soldaten schlugen in der Nacht von Freitag auf Samstag zu: Eine Helikopterflotte flog die Seals und ihre britischen Kollegen in eine Gebirgsregion im Nordosten Afghanistans. Die Elitetruppen wurden rund zwei Meilen entfernt von den Höhlen abgesetzt, wo sich die vier Geiseln befanden.
Dann marschierten die Elitesoldaten durch dichten Wald, um sich im Schutz der Dunkelheit in Position für den Angriff zu bringen. Sie überwältigten in einer Blitzaktion die Kidnapper, die mit Panzerfäusten, schweren Maschinen- und Sturmgewehren bewaffnet waren. Innert weniger Minuten wurden elf Entführer getötet. An der Aktion beteiligt war auch eine Spezialeinheit der britischen SAS.
«Es war eine Mission auf herausforderndem Terrain», sagte Adrian Bradshaw, Lieutenant der britischen Armee. Die Soldaten hätten hohe Berge und enge Schluchten überwinden müssen. Dank einem von einer Drohne aufgenommenen Video und den Kopfkameras, die die Soldaten trugen, konnten Bradshaw und ISAF-Kommandant John Allen zusehen, wie die Soldaten die Höhle stürmten.
Die Britin Helen J. und die Kenianerin Moragwe O. waren mit zwei afghanischen Kollegen am 23. Mai entführt worden. Die Kidnapper forderten ein Lösegeld von sechs Millionen Pfund und die Freilassung eines Taliban-Mitglieds.
Die Höhle, in der die beiden Ärztinnen und ihre beiden afghanischen Führer festgehalten wurden, war letzte Woche geortet worden: Einsatzkräfte konnten die Handy-Signale der Kidnapper abfangen. Seither wurden die Geiselnehmer laufend überwacht.
Der britische Premier David Cameron bedankte sich bei den Soldaten: «Es war eine ausserordentlich mutige Mission.» Er zolle den Männern Anerkennung für ihre Fähigkeit und ihren Einsatz.
Cameron schickte noch eine Warnung an Terroristen los: Wer britische Bürger als Geiseln nehme, haben «mit einem raschen und brutalen Ende zu rechnen».
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