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Israel hat seine Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Bei der grössten Militäroffensive gegen den Gazastreifen seit dem Sechstagekrieg 1967 wurden bislang mehr als 300 Menschen getötet: Mindestens 20 Kinder, 9 Frauen und 60 weitere Zivilisten starben laut Spiegel Online.
Israel sieht sich nach Worten von Verteidigungsminister Ehud Barak in einem «gnadenlosen Krieg» gegen die Hamas. «Wir haben nichts gegen die Bewohner des Gazastreifens, aber wir führen einen gnadenlosen Krieg gegen die Hamas und ihre Verbündeten», sagte Barak heute vor dem Parlament in Jerusalem.
Nachdem sich Israel lange zurückgehalten habe, kämpfe es jetzt mit «einem moralischen Vorteil». Die Hamas feuerte absichtlich auf israelische Zivilisten und versteckten sich bei palästinensischen Zivilisten, sagte Barak.
Israel hingegen bemühe sich, zivile Opfer zu vermeiden, und lasse humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen zu.
Wann kommen die Bodentruppen?
Unterdessen mehrten sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff israelischer Bodentruppen. Das israelische Radio meldete, es seien unter anderem Waffenlager getroffen worden. In der Nacht hatte die Armee ein ein Gästehaus der Hamas-Regierung angegriffen. Zudem wurde nach israelischen Medienberichten ein Gebäude in der Nähe des Hauses von Ex-Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) getroffen.
Universität bombardiert
Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht das Gelände der Islamischen Universität in Gaza an. Augenzeugen berichteten, es habe keine Verletzten gegeben. Auf das Universitätsgelände seien fünf Raketen abgefeuert worden, die hauptsächlich das Gebäude mit dem Universitätslabor zum Ziel gehabt hätten. In dem Gebäude sei ein Feuer ausgebrochen, Rauchwolken seien aufgestiegen.
Die als Hochburg der radikal-islamischen Hamas geltende Universität liegt im Zentrum von Gaza-Stadt. Ein israelischer Armeesprecher sagte, das Universitätsgelände sei zur Entwicklung von Raketen, Sprengstoff und elektronischem Gerät für militante Kämpfer benutzt worden. Es sei ein Treffpunkt für Hamas-Aktivisten und diene zudem als Waffenversteck.
Gestern Abend wurden bei einem Luftangriff auf das Flüchtlingslager Dschabalija nördlich von Gaza vier Menschen getötet, unter ihnen ein vier Jahre altes Mädchen, wie der ärztliche Notfalldienst mitteilte. Ärzten zufolge starben ausserdem ein Mann und eine Frau, als ein Geschoss ein Einfamilienhaus im Viertel As-Seitun im Osten Gazas traf.
Appell Chinas
Auch China forderte Israel unterdessen auf, seinen Militäreinsatz im Gazastreifen umgehend einzustellen.
Der chinesische Vizeregierungschef Li Keqiang erklärte heute, Peking sei «schockiert und ernstlich besorgt» über die derzeitigen Angriffe und rufe beide Seiten auf, die Militäroperationen sofort zu beenden. Es müssten «realistische Massnahmen» zur Verminderung der Spannungen im Gazastreifen ergriffen werden.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israelis und Palästinenser erneut zu einem sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen auf. Er beklagte, dass die Gewalt auch am Sonntag angehalten habe und bekräftigte seine Forderung an Israel, Hilfslieferungen für die notleidende Zivilbevölkerung in den Gazastreifen zu lassen. (SDA/b38)