Steht Israel kurz vor dem Einmarsch?

  • Aktualisiert am 03.01.2012
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GAZA – Nach den massiven Luftangriffen gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen hat Israel mit einer Bodenoffensive gedroht. Der UNO-Sicherheitsrat berät über den neuen Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten.

Wie das öffentlich-rechtliche Radio in Israel berichtet, haben Panzereinheiten mit Reservisten in einem an den Gazastreifen grenzenden Gebiet Stellung bezogen. Die Armee wollt dies nicht kommentieren. Für den israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak sei der Einsatz von Bodentruppen gegen die Hamas jedoch grundsätzlich möglich, wie ein Sprecher seines Ministeriums in Jerusalem bekannt gab.

Unterdessen trat in New York der UNO-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zum Nahost-Konflikt zusammen. Auf Antrag Libyens berieten die 15 Mitglieder des Gremiums am Samstagabend (Ortszeit) hinter verschlossenen Türen.

«Unser Hauptziel ist eine sofortige Waffenruhe», sagte Libyens stellvertretender UNO-Botschafter Ibrahim Dabbaschi. Der Sicherheitsrat solle einen nicht bindenden Aufruf zur Einstellung aller Kämpfe im Nahen Osten formulieren.

Der palästinensische Beobachter bei den Vereinten Nationen, Riad Mansur, erklärte, es gebe «keine Rechtfertigung für das Abschlachten hunderter palästinensischer Zivilisten».

Die israelische UNO-Botschafterin, Gabriela Schalev, schrieb in einem Brief an den derzeitigen Vorsitzenden des UNO-Sicherheitsrats, den kroatischen Botschafter Neven Jurica, die Luftangriffe seien ein Akt der Selbstverteidigung.

«Kein Land würde es zulassen, dass seine Zivilbevölkerung fortgesetzt mit Raketen beschossen wird, ohne die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, dies zu stoppen», betonte Schalev. (sda/dct)

Israelische Araber streiken

Aus Protest gegen die massiven Luftangriffe haben die israelischen Araber einen Generalstreik ausgerufen.

So sollen in den arabischen Ortschaften des Landes mit Beginn der Arbeitswoche die Geschäfte geschlossen bleiben und ein Trauertag eingehalten werden.

«Die arabische Öffentlichkeit kann ein solch schreckliches Massaker nicht schweigend hinnehmen», teilte das höchste Komitee israelischer Araber mit.

Bei der Militäroperation «Gegossenes Blei», mit der Israel die Raketenangriffe auf seine Grenzorte unterbinden will, sind seit Samstagmorgen mindestens 230 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden.

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