Israel setzt Luftangriffe fort

  • Publiziert: 29.12.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Freiwillige ägyptische Helfer bringen Hilfsgüter an den Grenzübergang in Rafah. (AP)

Israel flog am Montag weiter Angriffe auf Ziele im Gazastreifen, nachdem am Sonntag Nachmittag hunderte Palästinenser versucht hatten, nach Ägypten zu gelangen.

Israel hat seine Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen am Montag fortgesetzt. Live-Bilder aus Gaza, die vom US-Nachrichtensender CNN übertragen wurden, zeigten wenige Minuten nach Mitternacht (Ortszeit) mehrere Explosionen in der Stadt.

Anschliessend stieg Rauch auf. Auch der Lärm von Flugzeugen und Sirenen von Rettungsfahrzeugen waren zu hören. Was getroffen wurde, war nicht zu erkennen.

Am Sonntag hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben 30 Angriffe geflogen. Dabei seien mehr als 70 Ziele bombardiert worden, mehr als die Hälfte davon seien Schmugglertunnel unter der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten gewesen.

Unterdessen wurde bekannt, dass ein ägyptischer Grenzsoldat und ein Palästinenser am Sonntag bei Zusammenstössen an der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten getötet wurden. Sie seien bei Auseinandersetzungen zwischen ägyptischen Sicherheitskräften und der Hamas ums Leben gekommen, hiess es in Kairoer Sicherheitskreisen.

Kämpfer der Hamas hätten zudem einem Ägypter ins Bein geschossen. Die Sicherheitskräfte am Grenzübergang Rafah hätten mehrfach in die Luft geschossen, um durch den Grenzzaun nach Ägypten geschlüpfte Palästinenser zur Umkehr zu zwingen. Augenzeugen zufolge gelang es dennoch dutzenden Palästinensern, in das Nachbarland zu fliehen.

Krankenhäuser in Gaza berichteten, zehn Personen hätten bei den Auseinandersetzungen in Rafah Schussverletzungen erlitten. (sda)

Proteste in der arabischen Welt

In der arabischen Welt und im Iran stiess der massive Angriff Israels auf Wut und Ablehnung. Staatsoberhäupter in der Region kritisierten die «Besatzungsmacht» Israel und forderten sie auf, die «kollektive Bestrafung» der Gaza-Bewohner einzustellen.

In den Strassen von Kairo, Damaskus, Beirut, Amman und Sanaa gingen Tausende von Menschen auf die Strasse, um ihrer Empörung Luft zu machen. Auch in London kam es zu Protesten.

In Ägypten demonstrierten am Sonntag mehr als 50000 Menschen gegen die israelischen Luftangriffe. Der ägyptische Aussenminister Ahmed Abul Gheit kündigte an, die Arabische Liga werde sich bei einer Dringlichkeitssitzung am Mittwoch um eine Feuerpause zwischen Hamas und Israel bemühen, die dann in einen Waffenstillstand münden könne.
play Zum Teil gewalttätige Proteste gegen die Luftangriffe Israels erschütterten die arabische Welt. (AP)

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