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Wie israelische Medien berichteten, hat die Regierung entschieden, 6500 Soldaten einzuberufen. Zudem gab die Regierung grünes Licht für einen Hilfstransport in den Gazastreifen.
Verteidigungsminister Ehud Barak habe die Erlaubnis erteilt, dass über den Grenzübergang Kerem Schalom ein Konvoi mit Medikamenten und anderen Hilfsgütern in das Palästinensergebiet fahren dürfe, teilte sein Sprecher in Jerusalem mit. Die übrigen Grenzposten blieben geschlossen.
Die Hilfslieferungen werden den Angaben zufolge von internationalen Hilfsorganisationen zusammengestellt. Barak wolle mit seiner Entscheidung die internationale Kritik an den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen dämpfen.
Olmert: Konflikt wird lange dauern
Die israelische Luftwaffe und die militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen setzten am Sonntag ihre gegenseitigen Angriffe fort. Erstmals schlugen zwei so genannte Grad-Raketen südlich von Aschdod ein. Die Hafenstadt liegt rund 30 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Bislang hatten die Raketen der militanten Palästinenser keine solche grosse Reichweite.
Nach Angaben einer Armeesprecherin schlugen am Sonntagmorgen 20 Raketen auf israelischem Boden ein. Seit Beginn der Luftangriffe am Samstagmittag seien es mehr als 100 gewesen. Bisher kam dabei ein Israeli ums Leben.
Auch die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Dort stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde auf 275. Weitere 900 Menschen seien verletzt worden. Nach Augenzeugenberichten wurde das Hauptquartier der Hamas-Regierung in der Stadt Gaza getroffen und schwer beschädigt.
Drohung mit Bodenangriff
Nach den massiven Luftangriffen drohte Israel am Sonntag mit einer Bodenoffensive. Der Einsatz von Bodentruppen gegen die Hamas sei möglich, wurde der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak von einem Sprecher seines Ministeriums in Jerusalem zitiert.
Das öffentlich-rechtliche Radio hatte zuvor berichtet, israelische Panzereinheiten mit Reservisten hätten in einem an den Gazastreifen grenzenden Gebiet Stellung bezogen. Berichte, wonach Reservisten zum Dienst gerufen worden seien, wurden von der Armee nicht bestätigt.
Stopp aller Militäraktionen verlangt
Der UNO-Sicherheitsrat forderte nach einer vierstündigen Dringlichkeitssitzung in New York einen sofortigen Stopp aller Militäraktionen im Gazastreifen. Die 15 UNO-Botschafter waren auf Antrag Libyens zusammengetreten. Auf eine explizite Verurteilung der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen einigten sich die Mitglieder des Sicherheitsrates am Sonntagmorgen nicht.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist zu Krisengesprächen nach Kairo und Amman gereist. In der ägyptischen Hauptstadt traf er am Sonntagmorgen mit Präsident Husni Mubarak zusammen.
Kairo hatte schon am Vortag angeboten, zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu vermitteln, die den Gazastreifen kontrolliert. Am Samstagabend war Abbas in Amman mit König Abdullah II. zusammengetroffen. (sda/dct)