Nahost-Konflikt Hamas und Fatah beschliessen Gewaltverbot

  • Publiziert: 14.03.2009
play An den Versöhnungsgesprächen in Kairo verhandeln unter anderen Ahmed Qureia für die Fatah (l.) und Moussa Abu Marzouk für die Hamas. (AP)

GAZA/KAIRO – Bei den Versöhnungsgesprächen in Kairo haben die Palästinenser ein gegenseitiges Gewaltverbot beschlossen. Mitglieder unterschiedlicher Gruppen sollen bei Konflikten nicht mehr zur Waffe greifen dürfen.

Die tief zerstrittenen Palästinensergruppen verhandeln seit Anfang Woche in Kairo unter anderem über die Bildung einer neuen Einheitsregierung. Dies soll der Aussöhnung zwischen den beiden grössten Organisationen, der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der radikal-islamischen Hamas dienen und die politische Spaltung der Palästinensergebiete beenden.

Die Fatah kontrolliert das Westjordanland, die Hamas den Gazastreifen. Laut Aussagen von Teilnehmern kommen die Gespräche nur schleppend voran. Die Hamas lehnt unter anderem die Forderungen von Abbas ab, dass die Einheitsregierung die Existenz Israels anerkennen solle.

Erneut Raketen auf Israel
Radikale Palästinenser beschossen am Samstag erneut den Süden Israels aus dem Gazastreifen heraus mit Raketen. Wie eine Sprecherin der israelischen Armee mitteilte, schlugen in der Nacht zwei Kassam-Raketen in der Wüste Negev ein. Beim Angriff sei niemand verletzt worden, auch Sachschaden sei nicht entstanden.

Seit Ende der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen am 18. Januar wurden nach Armeeangaben über 150 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die 22-tägige Offensive hatte nach israelischen Angaben ein Ende der Raketenangriffe zum Ziel.

Während des Gaza-Krieges wurden nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsorganisation PCHR 1434 Palästinenser getötet und weitere 5303 verletzt. Unter den Todesopfern waren demnach 960 Zivilisten. Auch 13 Israelis, darunter 3 Zivilisten, starben. (sda/dct)

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