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Der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Unter-Generalsekretär John Holmes, hat den Gazastreifen nach den israelischen Angriffen mit einem «riesigen Freilicht-Gefängnis ohne Normalität und Menschenwürde» verglichen. Holmes berichtete dem Uno-Sicherheitsrat gestern Abend über seine Eindrücke bei einem Besuch in dem Gebiet in der vergangenen Woche.
Demnach brauchen die Palästinenser «massive humanitäre Hilfe» zum Überleben und zum Wiederaufbau ihrer Wohnhäuser. «90 Prozent der 1,3 Millionen Menschen im Gazastreifen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen», sagte Holmes.
Er appellierte an den Sicherheitsrat, mit dafür zu sorgen, dass alle Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen geöffnet werden, damit die angemessene Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden könne.
Derzeit könnten durch die Beschränkungen der Israelis lediglich 120 Lastwagen mit Hilfsgütern pro Tag in das zerstörte Gebiet fahren. Gebraucht würden aber mindestens 500 Ladungen pro Tag, erklärte der Nothilfekoordinator dem höchsten Uno-Gremium. Seinen Angaben nach häuften sich in Ägypten bereits Hilfsmittel, die im Gazastreifen dringend benötigt werden.
Die Leiterin des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge, Karen Abu Zayd, forderte die Untersuchung von Verstössen gegen internationales Recht, einschliesslich der israelischen Angriffe auf Uno-Einrichtungen im Gazastreifen. Ausser humanitärer Hilfe sei auch Unterstützung im politischen Bereich erforderlich. Sie appellierte an den Sicherheitsrat, «einen Teil der Last zu schultern, damit wieder Normalität im Gazastreifen eintreten kann.» (SDA)