Furcht vor «Tag des Zorns»

  • Aktualisiert am 02.01.2012
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TEL AVIV – Die Hamas hat heute zum «Tag des Zorns» ausgerufen. Die Palästinenser sollen gegen die israelische Offensive demonstrieren. In Israel gilt daher: Ausgangs- und Einreisesperre!

Die Massnahme soll bis am Samstag um Mitternacht gelten, teilte das israelische Militär mit. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak reagierte mit dem Entscheid angeblich auf Warnungen vor möglichen Attentaten durch militante Palästinenser, wie die Zeitung «Jerusalem Post» berichtete.

Die Hamas hat den Freitag zum «Tag des Zorns» ausgerufen. Zehntausende Palästinenser haben im Westjordanland nach dem traditionellen Freitagsgebet gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen protestiert. Allein 3000 Anhänger und Sympathisanten der radikalislamischen Hamas demonstrierten in Ramallah.

Demonstranten riefen unter anderem: «Wir opfern uns für Gaza» oder verbrannten israelische Flaggen. Es kam zu vereinzelten Zusammenstössen mit Anhängern der rivalisierenden Fatah- Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Hamas-Sprecher Ismail Radwan kündigte an, dass die Hamas ihre Operationen ausweiten und auch Selbstmordattentate unternehmen werde.

Die Hamas will damit Vergeltung für den Tod ihres Top-Führers Nisar Rian üben. Rian, dessen vier Frauen sowie elf seiner Kinder waren nach palästinensischen Angaben am Donnerstag bei einem israelischen Raketenangriff auf ein Wohnhaus im Flüchtlingslager Dschebalia im nördlichen Gazastreifen getötet worden.

Moschee zerstört

In der Nacht setzte Israel seine Luftangriffe gegen Ziele der Hamas fort. Wie israelische Medien unter Berufung auf die Luftwaffe berichteten, griffen Kampfflugzeuge eine Moschee im Flüchtlingslager Dschabalija im Gazastreifen an.

Das Gotteshaus soll als Waffenlager und Versteck für Extremisten gedient haben. Es sei die fünfte Moschee, die seit Beginn der Militäroperation am vergangenen Samstag bombardiert wurde, schrieb der israelische Onleindienst «ynet».

Bereits am Donnerstag hatte die israelische Luftwaffe nach Angaben einer Militärsprecherin rund 60 neue Angriffe auf den Gazastreifen geflogen. Gleichzeitig feuerten militante Palästinensergruppen mehr als 40 Raketen und Mörsergranaten zum Teil weit in das israelische Kernland ab.

Beschuss wird fortgesetzt

Die israelische Aussenministerin Zipi Livni betonte bei einem Besuch beim Französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris, Israel werde die Militäroffensive im Gazastreifen so lange weiterführen, bis Militante aufhörten, den jüdischen Staat mit Raketen zu beschiessen.

Es sei nicht eine Frage eines Zeitplanes, sondern eine Frage der Ziele, sagte Livni dem israelischen Fernsehen. Man werde die Situation täglich überprüfen. Das israelische Militär habe weitere Ziele im Visier.

Bei der israelischen Offensive sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bisher mehr als 400 Palästinenser getötet und über 2000 weitere verletzt worden. An den Folgen der palästinensischen Raketenangriffe sind bisher vier Israelis gestorben.

Diplomatische Bemühungen

Der UNO-Sicherheitsrat hatte Israel und die Hamas in den letzten Stunden des alten Jahres noch einmal eindringlich zu einer Waffenruhe aufgerufen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon drängte die Konfliktparteien, umgehend «vom Abgrund zurückzutreten».

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will sich jetzt beim Sicherheitsrat für eine Waffenruhe einsetzen. Abbas werde solange in New York bleiben, bis es eine Resolution mit einer klaren Zeitvorgabe für ein Ende der Gewalt gebe, sagte sein Sprecher in Ramallah. (SDA/num)

Das richten Israels Raketen an: Unter den 1700 Verletzten hat es auch Kinder.- Keystone

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