Bösewicht Ahmadinedschad äusserst raffiniert

  • Publiziert: 20.11.2006, Aktualisiert: 03.01.2012

WIEN – Welch ein Coup: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Atomenergiebehörde (IAEA) um technische Unterstützung für sein Nuklearprogramm gebeten. Und damit die IAEA ins Dilemma gestürzt.

Eigentlich ist es immer Routinesache gewesen, dass die IAEA in Wien technische Unterstützung geleistet hat. Dies vor allem deswegen, damit beim Aufbau von Nuklearanlagen die strengsten Sicherheitsstandards garantiert werden.

Doch zum ersten Mal könnte die Atomenergiebehörde nein sagen. Denn wer jetzt anklopft ist, nicht irgendeiner. Sondern Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad – im Westen, mindestens für US-Präsident George W.Bush – Mr. Bösewicht. Dessen Atomprogramm dem Westen grösste Angst einjagt. Eine Unterstützung durch die IAEA würde seinen Plänen so etwas wie eine offizielle Absegnung verleihen.

Dafür will niemand die Verantwortung tragen. Gewährt die Behörde die Unterstützung aber nicht, gibt sie eine Kontrollmöglichkeit aus der Hand.

Kein Wunder also, ist die IAEA gespalten! Einerseits betonte die stellvertretende Generaldirektorin Anna Maria Cetto an der Sitzung heute, die iranischen Projekte trügen nichts zur Anreicherung von Uran oder zur Wiederaufarbeitung bei. Alle diese Vorhaben stünden in Einklang mit den Zielen des Weltsicherheitsrats.

Anderseits sind die meisten Teilnehmerstaaten gegen den Antrag auf Hilfe beim Bau des Schwerwasserreaktors in Arak. So erklärte die EU, der Reaktor würde in der Zukunft eine beträchtliche Menge Plutonium produzieren, was mit Blick auf die Nichtweiterverbreitung von Atommaterial ein grosses Risiko darstellen würde.

Die Beratungen der IAEA dauern an.

Iran lädt zum Friedensmeeting

TEHERAN – Auch auf einem anderen Feld ist der Iran plötzlich sehr aktiv: die Irak-Krise. Kaum ist bekannt geworden, dass die USA Syrien und den Iran um Unterstützung in der Irak-Krise bitten könnten, handelt das Mullah-Regime. Der Iran hat die Präsidenten des Iraks und Syriens zu einem Gipfeltreffen am kommenden Wochenende nach Teheran eingeladen. Mahmud Ahmadinedschad, Dschalal Talabani und Baschar al Assad sollten dort über die Sicherheitslage im Irak beraten.

play Am Wochenende lächelte Amadinedschad ausgerechnet mit dem Sprecher des nordkoreanischen Parlaments, Che Tai Bek, vor der Kamera, heute präsentierte sich Irans Präsident als Friedenstaube. (Keystone)

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