
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Bodentruppen der israelischen Armee sind am Sonntag bis kurz vor Gaza-Stadt vorgerückt. Panzer und Infanterie-Einheiten stünden in der früheren jüdischen Siedlung Netzarim, 3 Kilometer südlich von Gaza-Stadt, berichteten Augenzeugen.
Israel war am Samstagabend in den Gazastreifen eingerückt. In den ersten Stunden der Bodenoffensive wurden nach Armeeangaben mindestens 30 radikal-islamische Hamas-Kämpfer getötet. BBC und Al-Dschasira sprachen von vier Toten.
Zudem wurden nach Angaben der israelischen Armee gegen 30 israelische Soldaten verletzt, zwei davon schwer. Die Hamas sprach dagegen von neun getöteten israelischen Soldaten. Über Opfer unter der palästinensischen Zivilbevölkerung im dicht besiedelten Gazastreifen gab es zunächst keine Angaben.
Hamas droht Israelis mit «dunklem Schicksal»
Die Hamas zeigte sich derweil unbeeindruckt von der israelischen Bodenoffensive. Der Chef des Politbüros, Chaled Maschaal, sagte in Damaskus: «Die Widerstandsgruppe und ihre Organisationsstruktur sind ausgezeichnet, und die Verluste sind geringfügig».
Und dann warnte Maschaal die israelische Armee vor Beginn der Offensive: «Ihr Soldaten der Besatzungsmacht müsst begreifen, dass auf euch das dunkle Schicksal von Tod, Verletzung und Gefangennahme wartet».
Seit Tagen listen israelische Militärkommentatoren auf, was alles auf die Soldaten im Gazastreifen zukommt. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste hat die Hamas Tunnel gegraben und mit Sprengstoff gefüllt, die sie explodieren lassen will, wenn sich Truppen darüber hinwegbewegen.
Bomben, Landminen, 20000 Kämpfer
Bomben mit grosser Sprengkraft sowie mit Sprengstoff gefüllte Autos sind entlang von Strassen positioniert worden. Die Hamas soll Landminen und Panzerfäuste in grossen Mengen besitzen. Scharfschützen und Selbstmordattentäter warten bereits.
Mehr als 16500 gut ausgebildete Mann hat die Hamas unter Waffen. Das ist keine Miliz mehr, sondern eine Armee. 3000 bis 4000 weitere Soldaten sollen die anderen militanten Palästinensergruppen entsenden.
Es ist in Gaza ein offenes Geheimnis, dass die Hamas-Offiziere im Iran, in Syrien und in Libanon ausgebildet wurden. Seit der gewaltsamen Machtübernahme im Gazastreifen vom Juni 2007 bereitet sich die Hamas gewissenhaft auf den Häuser- und Strassenkampf vor – mit einer Guerilla-Taktik.
Raketen reichen weiter
Warum beginnt die Bodenoffensive jetzt? Mit den Luftschlägen wollte Israel eigentlich die militanten Palästinensergruppen zwingen, den Raketenbeschuss von israelischen Städten aufzugeben. Vergeblich: Seit vergangenem Samstag schlugen mehr als 450 Raketen auf israelischem Boden ein. Vier Israelis wurden getötet und Dutzende weitere verletzt.
Die Reichweite der Hamas-Raketen ist zwischenzeitlich bis auf 40 Kilometer gestiegen. Jetzt sind nach Polizeiangaben rund eine Million von 7,3 Millionen Israelis durch den Raketenbeschuss gefährdet, statt der 125 000 vor Beginn der Militäroffensive.
Seit Beginn der israelischen Militäraktion am Samstag der vergangenen Woche kamen mehr als 460 Palästinenser ums Leben gekommen. Vier Israelis starben infolge palästinensischer Raketen. (SDA/bih)