Anhaltende Luftangriffe im Gazastreifen

  • Publiziert: 30.12.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

GAZA – Israel hat den vierten Tag in Folge die schweren Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen fortgesetzt. Das hindert militante Palästinenser aber nicht daran, weiter Kassam-Raketen auf Südisrael abzufeuern.

In Gaza-Stadt waren am Dienstag weiterhin laute Explosionen zu hören. Die israelische Luftwaffe griff erneut ein Regierungsgebäude der Hamas, eine Moschee sowie ein Hamas-Trainingszentrum an.

Nach Spitalangaben wurden am Dienstag insgesamt zehn Palästinenser getötet. Damit stieg die Zahl der Toten nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza auf mehr als 360 bei über 1700 Verletzten.

Kein Ende in Sicht

Der israelische Regierungssprecher Mark Regev sagte, die Angriffe sollten solange weitergehen, bis man eine Situation geschaffen habe, in der israelische Bürger nicht mehr in ständiger Furcht vor Raketenangriffen leben müssten.

Am Montagabend waren bei den Raketenangriffen zwei Israelis getötet worden: In Aschdod starb eine Mutter von vier Kindern und in einer Militärstellung am Rande des Gazastreifens ein drusischer Soldat.

Damit stieg die Zahl der israelischen Toten seit Beginn der Operation «Gegossenes Blei» auf vier.

Schriftsteller fordern Waffenruhe

Drei bekannte israelische Schriftsteller sprachen sich inzwischen für eine Waffenruhe mit der Hamas aus. «Um neue Tote und Zerstörung zu verhindern, müssen wir das Feuer innerhalb von 48 Stunden komplett einstellen», schrieb David Grossman in der Zeitung «Haaretz».

Auch der Autor Amos Oz sprach sich in der italienischen «Corriere della Sera» für ein Ende der Gefechte aus. Als Bedingungen für einen Waffenstillstand nannte er ein Ende des Raketenbeschusses aus dem Palästinensergebiet und die Aufhebung der israelischen Blockade.

Internationale Appelle

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bekräftigte seine Forderung nach einer umgehenden Waffenruhe. Zugleich warf er den Regierungschefs in aller Welt vor, nicht energisch genug für ein Ende der Gewalt einzutreten.

Die Aussenminister der EU wollen am Dienstagabend in Paris über die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten beraten. Dazu hat die französische EU-Ratspräsidentschaft gestern zu einem Krisentreffen eingeladen. (sda/gmu)

Hilfsgüter-Boot gerammt

LARNACA – Ein Boot, mit dem ein Team von internationalen Friedensaktivisten medizinische Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte, ist heute Morgen von einem israelischen Patrouillenboot gerammt worden. Wie der Korrespondent des US-Senders CNN, Karl Penhaul, von Bord der «Dignity» berichtete, habe das israelische Schiff die Friedensaktivisten in internationalen Gewässern vor der Mittelmeerküste des Gazastreifens etwa 30 Minuten lang verfolgt. Plötzlich habe es die «Dignity» ohne Vorwarnung gerammt. Das Boot der Friedensaktivisten wurde den Angaben zufolge beschädigt. Die «Dignity» wurde von der Free-Gaza-Bewegung gechartert. Die US-Menschenrechtsorganisation hat seit August mindestens fünf Fahrten mit Hilfslieferungen organisiert, um die israelische Seeblockade des Gazastreifens symbolisch zu durchbrechen. Die israelische Marine hatte die Schiffe bislang passieren lassen.

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