Nahost - UNESCO UNESCO-Streit über religiöse Stätten in Jerusalem spitzt sich zu

Paris – Unter starkem Protest von Israel hat der Welterbe-Ausschuss der UNESCO eine Resolution zu Kontrollen auf dem Jerusalemer Tempelberg angenommen. Damit spitzt sich der Streit in der UNO-Kulturorganisation über den Umgang mit religiösen Stätten in Jerusalem zu.

Jerusalem und UNESCO: Streit um religiösen Stätten geht weiter play
Blick auf den Tempelberg (Archiv) KEYSTONE/AP/KEVIN FRAYER

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Eingebracht hatten die Resolution mehrere arabische Länder. Sie kritisieren Israel darin für Kontrollen an der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg. Die Al-Aksa-Moschee ist für Moslems die wichtigste Moschee ausserhalb Saudi-Arabiens.

In dem Textentwurf der Resolution hatten die Initianten den Namen Tempelberg durchgehend in Anführungszeichen gesetzt. Israel interpretiert das als Leugnung der jüdischen Verbindungen zu der heiligen Stätte. Zehn Länder stimmten für das Papier, zwei dagegen, acht enthielten sich. Ein Mitgliedstaat war bei der Abstimmung nicht dabei.

Israels UNESCO-Botschafter Carmel Shama kritisierte die Resolution scharf. Sie sei nicht einmal «die Energie wert, die es braucht, um sie zu schreddern», sagte er am Mittwoch in Paris.

Bereits Mitte Oktober wurde eine sehr ähnliche Resolution angenommen - ebenfalls auf Initiative von arabischen Staaten. Darin wurde Israel für Kontrollen und Ausgrabungsprojekte in Ost-Jerusalem kritisiert.

In dem Dokument werden fast durchgehend nur die arabischen Nameal akn für die Stätten verwendet. Auch darin sieht Israel eine Missachtung der jüdischen Wurzeln in Jerusalem.

Ost-Jerusalem war im Sechstagekrieg 1967 von Israel erobert und später annektiert worden. Die internationale Staatengemeinschaft anerkannte dies nie an. Die Palästinenser reklamieren Ost-Jerusalem für sich. (SDA)

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
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