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Der Skandal um konfiszierte Fotos von Partys, die Regierungschef Silvio Berlusconi in seiner Luxusvilla auf Sardinien organisiert hatte, zieht weitere Kreise: Die Freundin von Tschechiens Ex-Regierungschef Topolanek fordert von Italiens Medien eine Entschuldigung.
Lucie Talmanova, Lebensgefährtin von Mirek Topolanek, verlangt eine Entschuldigung der italienischen Medien für die Fotos, die während ihres Aufenthaltes in Berlusconis Villa im Sommer 2008 geschossen wurden. Sie reagierte damit auf Medienberichte, nach denen der 53-jährige Topolanek nackt während des Aufenthalts in Berlusconis Sommerresidenz in der sardischen Badeortschaft Porto Rotondo fotografiert worden sei.
Der damals noch als Premierminister amtierende Topolanek, Talmarova und der gemeinsame Sohn Nicolas, hatten in der «Villa Certosa» für kurze Zeit Ferien verbracht. Die römische Staatsanwaltschaft hatte am Samstag die Konfiszierung von Bildern beschlossen, die während der Partys in der Villa Berlusconis auf Sardinien aufgenommen wurden (Blick.ch berichtete).
Die Beschlagnahme wurde beschlossen, nachdem Berlusconis Rechtsanwalt Nicolo Ghedini den Fotografen Antonello Zappaddu wegen Betrugs und Verletzung der Privatsphäre angezeigt hatte. Gegen den Fotografen wird jetzt ermittelt.
Der Premierminister wandte sich an die italienische Behörde zum Schutz der Privatsphäre, um die Veröffentlichung von rund 700 Bildern zu verhindern, die vom Fotografen in Berlusconis Villa zwischen Mai 2008 und Anfang 2009 geschossen worden waren. Auf den Fotos kommen auch junge Frauen in Bikinis und ohne Bikini-Oberteile vor.
Beschlagnahmt wurden auch Bilder der Silvesterfeier 2008/2009, an der sich die damals noch minderjährige neapolitanische Schülerin Noemi Letizia beteiligt hatte. Sie steht im Mittelpunkt des Scheidungsverfahrens, das Berlusconis Ehefrau Veronica Lario gegen den Medienzaren anstrengt. Die Fotos seien ohne Erlaubnis von einer Terrasse aus geschossen worden, behauptet der Premier.
Der Fotograf hatte die Bilder dem Berlusconi-eigenen Wochenmagazin «Panorama» für 1,5 Millionen Euro angeboten. Er hatte behauptet, dass um den Verkauf der Fotos Verhandlungen mit einem anderen italienischen Magazin im Gange waren, was laut Berlusconis Rechtsanwalt nicht der Wahrheit entspricht. Daher wurde der Fotograf wegen Betrugs angezeigt. (SDA)