Briten empört Nackt-Scanner verstösst gegen Kinderporno-Verbot

  • Aktualisiert am 13.01.2012

LONDON – Die USA fordern höhere Sicherheitsmassnahmen an den Flughäfen mit Hilfe der Nackt-Scanner. In England regt sich Widerstand.

Nackt-Scanner sollen an den Flughäfen zu mehr Sicherheit führen. Bereits jetzt wenden die USA solche Geräte an (blick.ch berichtete). Aber auch in Europa wird der Gebrauch der Scanner diskutiert.

In Grossbritannien gehen nun Kinderschützer auf die Barrikaden, wie der «Guardian» berichtet. Die Geräte würden die Gesetze zum Kampf gegen Kinderpornografie verletzen. Diese verbieten es, unangemessene Bilder eines Kindes zu erstellen.

In Manchester werden die Nackt-Scanner zurzeit getestet. Allerdings auf freiwilliger Basis. Personen unter 18 Jahren dürfen den Scanner nicht durchlaufen.

Auch Datenschützer stehen den Geräten skeptisch gegenüber. Man müsse sicherstellen, dass die Bilder nicht in falsche Hände gerieten. Besonders bei Prominenten liege die Gefahr eines Missbrauchs der Bilder auf der Hand.

Auch Schweizer Datenschützer dagegen

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat Bedenken gegen den Einsatz von Körperscannern. Die heute verfügbaren Nackt-Scanner führten zu einem zu radikalen Eingriff in die Intimsphäre, sagte Kosmas Tsiraktsopoulos, Informationschef des Datenschutzbeauftragten.

Er wies aber auch darauf hin, dass bereits die nächste Körperscanner-Generation im Gespräch sei. Dabei solle nur der Umriss des Menschen erkennbar sein. «Damit könnten wir leben», bestätigte Tsiraktsopoulos.

In einer Übergangsphase seien auch «Zwischenlösungen» akzeptabel – zum Beispiel, dass nur Frauen die Nacktscanner-Aufnahmen von Frauen betrachten dürften und nur Männer diejenigen von Männern. Oder dass die Kontrolle zunächst automatisiert erfolge und nur im Verdachtsfall ein Mensch einen Blick auf die Nacktaufnahmen werfe.

Tsiraktsopoulos bezeichnete es im übrigen als «ärgerlich», dass als Folge schlechter Daten-Koordination im Fall Detroit nun Massnahmen getroffen würden, die nicht zur Behebung des Fehlers führten, sehr wohl aber zu einer Verschlechterung des Datenschutzes.

Das sei beinahe, als wenn beim Auto die Bremsen versagten und man als Konsequenz daraus nicht die Bremsen repariere, sondern generell verschärfte Sicherheitsmassnahmen auf den Autobahnen einführe. (gca/SDA)

In Grossbritannien dürfen Personen unter 18 Jahren nicht durch den Nacktscanner gehen.- Goran Basic

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