Nach Nein der Kolumbianer Ringen um FARC-Friedensvertrag beginnt von Neuem

Jetzt ist Verhandlungsgeschick gefragt: Nach der Ablehnung des historischen Friedensvertrags zwischen Kolumbiens Regierung und der linken FARC-Guerilla in einer Abstimmung Präsident Juan Manuel Santos neue Gespräche mit den Rebellen und den Vertragsgegnern an.

Kolumbien: Friedensverhandlungen mit FARC beginnen von vorne play
Kolumbiens Juan Manuel Santos blieb eher vage zu den neuen Gesprächen: «Alle notwendigen Themen» sollen angesprochen werden. KEYSTONE/EPA EFE/MAURICIO DUENAS CASTANEDA

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In einer Fernsehansprache sagte Staatschef Juan Manuel Santos, er habe den früheren Vize-Präsidenten Humberto de la Calle, darum gebeten, die Gespräche zu führen. De la Calle hatte zuvor seinen Rücktritt als Chefunterhändler der Regierung angeboten.

In den neuen Verhandlungen sollten «alle notwendigen Themen» angesprochen werden, um eine Einigung zu erzielen und damit «den Traum jedes Kolumbianers, den Krieg mit der FARC zu beenden, zu erfüllen», sagte Santos.

Überraschendes Nein vom Volk

Am Sonntag hatte die kolumbianische Bevölkerung völlig überraschend in einem Referendum den Friedensvertrag abgelehnt, den Regierung und Rebellen nach jahrelangen Verhandlungen in Havanna geschlossen hatten. Eine knappe Mehrheit von 50,21 Prozent stimmte mit Nein, 49,78 Prozent votierten mit Ja.

Santos versicherte sofort nach dem Volksentscheid, er wolle dennoch die Friedensbemühungen fortsetzen, der geltende Waffenstillstand mit der FARC-Guerilla bleibe in Kraft. Auch FARC-Chef Rodrigo «Timochenko» Londoño versprach, die Waffen «definitiv» schweigen zu lassen.

Die FARC hatte 1964 im Kampf gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In dem Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. Insgesamt wurden in dem mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Gewaltkonflikt mehr als 260'000 Menschen getötet. (sda)

Publiziert am 04.10.2016 | Aktualisiert am 04.10.2016
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