Nach mehreren Monaten Zypern-Gespräche enden ohne Einigung

MONT PÈLERIN - Die Gespräche zwischen den Führern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, sind auf Mont Pèlerin ohne Ergebnis zu Ende gegangen. «Leider gab es keine Einigung», twitterte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides heute Morgen.

Keine Einigung: Zypern-Gespräche nach mehreren Monaten ohne Lösung play
Streitparteien im Zypern-Konflikt können sich bei den Gesprächen auf Mont Pèlerin offenbar nicht einigen. KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

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Die mehrmonatigen Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns zwischen den politischen Führern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, sind am frühen Dienstagmorgen nach zweitägigen intensiven Beratungen ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Dies verlautete aus Kreisen der beiden Verhandlungsdelegationen. Ob und wann die Gespräche fortgesetzt werden sollen, blieb zunächst unklar. Die Vereinten Nationen wollten in Kürze eine Erklärung abgeben, hiess es aus Delegationskreisen weiter.

Nun wird geprüft, wie es weitergehen soll

Die Vereinten Nationen bestätigten dies und erklärten, die beiden Gesprächspartner konnten sich nicht einigen. Die beiden Volksgruppenführer werden nach Zypern reisen und dort prüfen, wie es weiter gehen soll, hiess es in einer Erklärung des Sondergesandten des UNO-Generalsekretärs, Espen Barth Eide.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand in dieser Phase die heikle Frage der Grenzen zwischen den beiden Bundesstaaten, die eine künftige Bundesrepublik Zypern bilden sollen. Anastasiades und Akinci wollten zunächst festlegen, welche der seit 1974 von türkischen Truppen besetzten Gebiete (rund 34 Prozent plus etwa drei Prozent Pufferzone) im Falle einer umfassenden Lösung an die griechischen Zyprer zurückgegeben werden sollen.

Grenzen sollten neu definiert werden

Die griechischen Zyprer forderten bis zuletzt, dass die künftigen innerzyprischen Grenzen auf Karten genau definiert werden. Diese «hartnäckige Haltung» sei der Grund für das Scheitern der Gespräche, hiess es aus türkisch-zyprischen Delegationskreisen.

Wie aus Verhandlungskreisen der griechischen Zyprer zu erfahren war, beschränkte sich die türkisch-zyprische Seite auf eine vage Auflistung der Prinzipien, die bei der Neudefinition der Grenzen gelten sollen. Karten legte Akinci nicht vor, wie es weiter hiess.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden. Der türkisch-zyprische Norden wird nur von Ankara anerkannt. (SDA/stj)

Publiziert am 22.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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