Nach Grapsch-Attacken in der Horror-Silvesternacht Köln gibt «Verhaltens-Kodex» für Frauen heraus

KÖLN (D) - Laut Oberbürgermeisterin Henriette Reker sollen Frauen «eine Armlänge Distanz zu Fremden halten». Eine Aussage, die irritiert.

Kriegsähnliche Szenen auf dem Kölner Domplatz

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Noch immer kommen fast stündlich neue Erkenntnisse zu den Kölner Übergriffen ans Licht. Erstmals trat nun auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor die Medien und nahm zum ersten Mal persönlich zu den Taten Stellung.

Für Reker ist klar, dass es sich bei der Horror-Nacht mit Dutzenden belästigten Frauen um ein aussergewöhnliches Ereignis handelt. Mittlerweile ist klar, dass es in der Silvesternacht auch in Hamburg zu ähnlichen Vorfällen gekommen ist. «Das tröstet uns natürlich nicht. Es erklärt aber, dass hier insgesamt mit einer anderen Lage zu rechnen ist», sagt Reker.

Kölns Oberbürgermeisterin Reker nimmt erstmals Stellung. play
Kölns Oberbürgermeisterin Reker nimmt erstmals Stellung. Screenshot n-tv

 

Neben harter Strafverfolgung und massiv aufgestockter Polizeipräsenz will die Oberbürgermeisterin wegen der Ereignisse künftig auch verstärkt auf Prävention setzen. «Frauen und junge Mädchen müssen künftig mehr geschützt werden.» Vor allem im Hinblick auf die anstehenden Karnevalsfeiern in der Stadt empfiehlt Reker deshalb einen von der Stadt erstellten Verhaltens-Kodex.

«Ist das die Frauen-sind-selbst-schuld-Nummer?»

Was dieser Kodex im Detail beinhaltet, ist noch nicht bekannt. «Es geht dabei aber um grundsätzliche Regeln. Etwas dass man eine Armlänge Distanz zu Fremden hält und sich nicht alleine von der Gruppe entfernen soll», erklärt Reker.

Bei Geschlechtsgenossinnen kommen die Tipps nicht gut an: «Wie? Köln hat jetzt Verhaltensregeln für Frauen? Ist das die Selbst schuld,wenn..-Nummer?», twittert Userin @anuschka78. «Dann bin ich mal gespannt, wie im Karneval fröhliche Gelassenheit von falsch verstandener sexueller Offenheit unterschieden wird.»

«Es ist untragbar»

In der Zwischenzeit haben deutsche Politiker ihre Empörung über die Grapsch-Attacken zum Ausdruck gebracht. Vor allem der Hinweis, wonach es sich bei einigen der Täter um Flüchtlinge aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum handeln könnte, sorgt für teils heftige Reaktionen.

In Köln wurde nach den Vorfällen unter anderem die Polizeipräsenz massiv verstärkt. play

In Köln wurde nach den Vorfällen unter anderem die Polizeipräsenz massiv verstärkt.

Reuters/Wolfgang Rattay

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer forderte gegenüber der «Rheinischen Post» die sofortige Abschiebung von Flüchtlingen, die Frauen sexuell belästigen. «Es ist untragbar, dass Frauen in deutschen Grossstädten nachts auf offener Strasse, auf öffentlichen Plätzen von jungen Migranten sexuell traktiert und beraubt werden.»

Der deutsche Justizminister Heiko Maas sprach auf Twitter von «abscheulichen Übergriffen», alle Täter müssten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Dabei spiele die Herkunft der Verdächtigen keine Rolle. «Das ist offenbar eine völlig neue Dimension organisierter Kriminalität

Auch Innenminister Thomas de Maizière verurteilte die Übergriffe als «abscheulich und nicht hinnehmbar». Allerdings dürfe die offensichtliche Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an den Taten «nicht dazu führen, dass nun Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht gestellt werden», erklärte de Maizière in Berlin. (cat/SDA)     

Publiziert am 05.01.2016 | Aktualisiert am 05.01.2016
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Kölner Polizei zu Grapsch-Attacken : «Opfer können die Täter nicht identifizieren»

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