Nach dem Hurrikan folgt die Seuche Haiti meldet die ersten Cholera-Toten

Nach dem Hurrikan «Matthew» kämpft Haiti gegen die Cholera. «Wir sehen bereits die ersten Toten», teilt eine UN-Gesandte mit. Die WHO schickt eine Million Impfdosen ins Katastrophengebiet.

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Mindestens 473 Menschen kamen durch den verheerenden Hurrikan «Matthew» auf Haiti ums Leben. Jetzt meldet der Inselstaat die ersten Cholera-Toten. Laut Sandra Honoré, der UN-Gesandten für Haiti, gibt es Hunderte Verdachtsfälle auf Cholera. «Wir sehen bereits die ersten Toten», zitiert sie die «Bild»-Zeitung.

Die Gefahr von Epidemien sei gross und bedrohe einen Grossteil der Bevölkerung. Hochwasser und Überschwemmungen der Flüsse verunreinigen das Trinkwasser.

Eine Million Impfdosen

«Die Gefahr einer erneuten Cholera-Epidemie ist real. Wir müssen nun alles dafür tun, um einen weiteren Anstieg der Erkrankungen zu verhindern», sagt Simon Rinnert, Projektleiter der Hilfsorganisation humenica. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickte eine Million Impfdosen gegen Cholera in das Katastrophengebiet.

Hilfe für schwer betroffene Orte

Derweil sind im stark verwüsteten Südwesten Haitis die ersten grösseren Lieferungen von Lebensmitteln für die notleidende Bevölkerung eingetroffen. Zwei Lastwagen kamen in den besonders betroffenen Städten Port-Salut und Roche-à-Bateau an.

Die Ladung reichte allerdings nicht aus, um die tausenden Bedürftigen zu versorgen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Lastwagen wurden vom Welternährungsprogramm (WFP) und anderen Hilfsorganisationen geschickt.

«Seit fünf Tagen nur Kokosnüsse gegessen»

Viele Bewohner hatten seit dem Durchzug des Wirbelsturms am 4. Oktober kaum etwas gegessen. «Ich habe seit fünf Tagen nur Kokosnüsse gegessen», sagte der 25-jährige Djymi Forestal, der wie viele andere Menschen in glühender Hitze in Port-Salut ungeduldig auf die Entladung der Hilfsgüter wartete.

Ordensschwestern, die die Verteilung der Lebensmittel überwachten, sagten, sie hätten mit mehr Lastwagen gerechnet. «Wir haben nicht genug für alle», sagte die Nonne Marie-Nadia Noël in Port-Salut. Sie äusserte die Sorge, dass der Hunger in Gewalt umschlagen könnte.

Die Lieferung enthielt Reissäcke mit einer Menge, die normalerweise eine vierköpfige Familie einen Monat lang ernähren soll. Diese Menge wurde nun auf kleinere Beutel aufgeteilt, die lediglich für drei Tage reichen dürfte. Das WFP hatte zuvor bereits Bewohner anderer Gegenden in Haiti mit Lebensmitteln versorgt.

Mindestens 473 Menschen starben

«Matthew» hatte am Dienstag vergangener Woche vor allem die südliche Hälfte des bitterarmen Karibikstaates schwer verwüstet und nach offiziellen Angaben mindestens 473 Menschen in den Tod gerissen.

Zehntausende Menschen sind in Notunterkünften untergebracht, es droht eine Cholera-Epidemie. Haiti hat sich noch immer nicht von den Folgen des schweren Erdbebens von 2010 erholt, bei dem 250'000 Menschen ums Leben kamen. (sda/gru)

Publiziert am 13.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
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1 Kommentare
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    13.10.2016
    Die Natur hat zugeschlagen und das ist auch gut so. Leider trifft es immer die AERMSTEN der ARMEN. Es ist höchste Zeit, dass die Natur mal Kremel, China, Nord-Korea-Zentren etc. trifft. Diese Zentren müssen fallen.
    Keine Spenden denn sie füllen nur die Taschen der korrupten Diktatoren. Die ARMEN erhalten rein gar nichts. Ausser wir bringen Men-Power Hilfe vor Ort.
    ewz