Nach Anschlag in Istanbul Polizei verhaftet 118 pro-kurdische Politiker

ANKARA (TÜRKEI) - Nachdem sich eine PKK-Splittergruppe zu den Anschlägen von Istanbul bekannt hat, greift die türkische Regierung durch. Sie hat zahlreiche Personen festgenommen, die Verbindungen zur PKK haben sollen – und Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei bombardiert.

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Nach dem Doppelanschlag in der türkischen Grossstadt Istanbul vom Samstagabend sind mehr als hundert Vertreter der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) festgenommen worden. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Bei den landesweiten Einsätzen seien unter anderem die HDP-Chefs in Istanbul und Ankara in Gewahrsam genommen worden. Den insgesamt 118 Verdächtigen werden demnach Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zur Last gelegt.

Stellungen bombardiert

Zudem hat die türkische Luftwaffe Stellungen der PKK im Nordirak bombardiert. Dies teilten die türkischen Streitkräfte laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag mit.

Kampfflugzeuge hätten am Sonntagabend das Hauptquartier der kurdischen Rebellen in der nordirakischen Region Sap sowie nahegelegene Bunker und Geschützstellungen zerstört. Die PKK hat seit Jahren ihr Hauptquartier in den Kandil-Bergen im Nordirak und sieht sie sich immer wieder Angriffen der türkischen Luftwaffe ausgesetzt.

Opferzahl steigt auf 44

Die Opferzahl nach den Anschlägen auf die Polizei in Istanbul stieg am Montag derweil auf 44. Darunter seien 36 Polizisten und 8 Zivilisten, teilte Gesundheitsminister Recep Akdag mit.

Nach Angaben des türkischen Innenministeriums war am Samstag am Fussballstadion des Spitzenvereins Besiktas eine Autobombe gegen Polizisten gezündet worden, ein zweiter Anschlag wurde demnach von einem Selbstmordattentäter verübt. Zu den Anschlägen hat sich die TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, bekannt.

Erdogan kündigt Vergeltung an

Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte nach dem Doppelanschlag Vergeltung an. Die Attentäter würden «einen hohen Preis zahlen», sagte er.

Die türkischen Sicherheitskräfte gehen bereits seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli hart gegen kurdische Oppositionspolitiker vor. Unter anderem wurden die beiden Ko-Vorsitzenden der HDP festgenommen. Zudem wurden dutzende prokurdische Bürgermeister im Südosten des Landes festgenommen. (bau/SDA)

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 12.12.2016
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