Nach Absturz von LMI2933 Airline Lamia verliert Lizenz

Der Lamia-Jumbolino stürzte in Kolumbien wegen Treibstoffmangels ab. Nun zieht die bolivianische Regierung Konsequenzen aus der Absturz-Katastrophe.

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Die bolivianische Regierung hat der Fluggesellschaft Lamia nach der Absturztragödie in Kolumbien die Lizenz entzogen. Das teilte der zuständige Minister Milton Claros heute an einer Medienkonferenz in La Paz mit.

Zudem werde geprüft, warum der Charterfluggesellschaft überhaupt die Lizenz erteilt worden sei. Entlassen wurde auch die Spitze der nationalen Luftfahrtbehörde.

«Wir haben die Entscheidung getroffen, dass wir eine lückenlose, Untersuchung einleiten, auf die die Führungskräfte keinen Einfluss nehmen sollen», sagte Minister Claros zur Begründung.

Bei dem Absturz am 28. November im Landeanflug auf den Flughafen der kolumbianischen Stadt Medellín starben 71 Menschen, sechs Passagiere überlebten.

Pilot meldete Totalversagen per Funk

Inzwischen war der Funkverkehr zwischen Piloten und dem Tower des Flughafens bei Medellín bekannt geworden, der dramatische Szenen unmittelbar vor dem Absturz am Montagabend offenbart.

«Flug Lamia 2933 hat Totalversagen, totales elektronisches Versagen, kein Treibstoff», sagt der Sprecher, bei dem es sich um den Piloten handeln soll.

Bereits zuvor habe der Pilot den Kontrollturm darum gebeten, wegen «Treibstoffproblemen» bei der Erteilung der Landegenehmigung bevorzugt zu werden, geht aus dem Mitschnitt hervor.

Der Kontrollturm am Flughafen Medellín kam dieser Bitte nach, dann brach aber der Funkkontakt ab.

Aus Spargründen auf Tankstopp verzichtet?

Am Morgen hatte die kolumbianische Luftfahrtbehörde bestätigt, dass Treibstoffmangel die Ursache für den Jumbolino-Absturz war – «eine fliegerische Todsünde», resümierte der ehemalige Swissair-Pilot Olav Brunner heute gegenüber BLICK.

Überdies wird spekuliert, dass der Miteigentümer der Airline, der als Pilot mit an Bord war, aus Spargründen auf einen Tankstopp verzichtet haben könnte.

Die Chartermaschine vom Typ British Aerospace 146 war in den Bergen im Nordwesten Kolumbiens abgestürzt. Sie war vom brasilianischen Club Chapecoense gechartert worden, der zum Finalhinspiel um den Südamerika-Cup gegen den Club Atlético Nacional aus Medellín hätte antreten sollen. (SDA/gr)

Publiziert am 01.12.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
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1 Kommentare
  • Adrian  Läng , via Facebook 01.12.2016
    Der sofortige Lizenz-Entzug ist das einzig Richtige, kommt aber für die Verunglückten viel zu spät. Eine Sprecherin soll gesagt haben, man habe diese Strecke schon mehrmals ohne Zwischenlandung (zum Tanken) geflogen. Die Strecke ist aber länger als die maximale Reichweite des Avro, von Reserven für allfällige Umleitungen oder Warteschleifen wollen wir gar nicht reden. Man flog einfach schon lange am Limit. Und niemandem scheint das aufgefallen zu sein, gab wohl auch keine Überprüfungen...