Verurteilt Mysteriöser Betrüger lebte «wie Made im Speck»

  • Publiziert: 17.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

LINZ – Das Geld ist weg – für immer! Ein Finanzbetrüger in Österreich nahm gutgläubige Anleger aus – auch in der Schweiz. Wer er wirklich ist, fand auch die Staatsanwaltschaft nicht raus.

Zu sieben Jahren Haft ist der mutmasslicher Betrüger in Oberösterreich verurteilt worden. Er soll 25 Kunden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit Finanzierungsmodellen um insgesamt 1,8 bis zwei Millionen Euro geprellt haben.

Wo das Geld hingekommen ist, blieb unklar. Der Angeklagte und seine Lebensgefährtin «müssen gelebt haben, wie die Maden im Speck», sagte die Staatsanwältin. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Unklar ist nicht nur der Verbleib des Geldes, auch im Lebenslauf des Mannes gibt es offenbar grössere Ungereimtheiten: Man wisse nicht recht, woher er stamme, gehe aber am ehesten davon aus, dass er gebürtiger Serbe sei, erklärte das zuständige Landgericht Ried. Die Altersangaben in seinen Dokumenten differieren um 20 Jahre.

Die Anklage warf dem mehrfach Vorbestraften schweren gewerbsmässigen Betrug vor. Er sitzt bereits seit November in U- Haft. Der Angeklagte hat gemäss der Staatanwaltschaft über die in Oberösterreich angesiedelte Firma seiner Lebensgefährtin Unternehmensbeteiligungen angeboten.

Vermeintlich gutes Angebot

Den Kunden, bei denen er sich mit gefälschten Dokumenten legitimiert habe, habe er Renditen um die zehn Prozent versprochen, hiess es in der Anklage weiter. Die Geschädigten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz seien vor allem einfache Leute, die ihre Ersparnisse anlegen wollte.

Aber auch einige Firmen seien darunter, die dem Mann teilweise sechsstellige Euro-Beträge anvertraut hätten. Einige der Opfer hätten wegen des vermeintlich guten Angebots sogar extra Kredite aufgenommen.

Geschäft war eine «Luftblase»

Nun ist das Geld weg, wie die Staatsanwältin sagte. Es dürfte statt in Beteiligungen eher in die Taschen des Angeklagten geflossen sein. Dieser zeigte sich zwar geständig, wo das Geld hingekommen ist, konnte aber nicht geklärt werden.

Der Richter sprach von einer «Luftblase», die der Mann erzeugt habe und verurteilte ihn zu sieben Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, der Angeklagte meldete Berufung an. (SDA)

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