Mutiger als Micheline Calmy-Rey Deutsche Ministerin verweigert Kopftuch

RIAD - Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeigt Courage: Sie behält beim Besuch in Saudi-Arabien ihre Hosen an und verbietet ihrer Delegation, ein Kopftuch zu tragen.

Unverhüllt mit Hosen: Eine selbstbewusste Ursula von der Leyen mit dem saudi-arabischen Vize-Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman al-Saud.  play
Unverhüllt mit Hosen: Eine selbstbewusste Ursula von der Leyen mit dem saudi-arabischen Vize-Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman al-Saud.  DPA

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Das Bild mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (71) ging um die Welt: Als die ehemalige Aussenministerin 2008 den damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad (60) für einen Gasdeal traf, verhüllte sie ihre Haare unter einem Kopftuch.

In der Schweiz hagelte es Kritik. CVP-Parteichef Christophe Darbellay (45) sprach von «peinlichem Kniefall». Die Aargauer FDP-Politikerin Christine Egerszegi (68), die 2007 als Nationalratspräsidentin ohne Kopftuch den saudischen König traf, bezeichnete die Verschleierung als «Symbol der Unterdrückung» und «unnötig».

Angepasst: Micheline Calmy-Rey verhüllte sich, als sie 2008 den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad traf. play
Angepasst: Micheline Calmy-Rey verhüllte sich, als sie 2008 den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad traf. Reuters

Aber auch SVP-Politiker kuschten schon vor muslimischen Gastgebern. Als eine Reisegruppe um Nationalrat Luzi Stamm (64) und alt Nationalrat Ulrich Schlüer (72) im Jahr 2014 den Iran besuchte, zogen die Politiker ihre Krawatten aus. Das Accessoire gilt seit der Islamischen Revolution 1979 als typisch christlich-jüdisch – als Zeichen westlicher Dekadenz.

Deutsche Ministerin spricht Klartext

Nun zeigt die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (58), was sie von solchen Unterwerfungen hält: nichts!

Bei ihrem jüngsten Besuch in Saudi-Arabien wurden an alle Frauen ihres Begleittrosses bodenlange, schwarze Gewänder verteilt, sogenannte Abayas. Im muslimischen Land ist die Verschleierung der Frau ein Muss.

Doch die deutsche Ministerin behielt ihren Hosenanzug an und bewahrte ihre Begleiterinnen vor einer Verschleierung. «Keine Frau in meiner Delegation muss die Abaya tragen. Seine Kleidung selbst zu wählen, ist ein Recht, das Männern wie Frauen gleichermassen zusteht», sagte sie in deutschen Medien.

Und die CDU-Politikerin wurde noch deutlicher: «Es ärgert mich, wenn mitreisende Frauen in die Abaya gedrängt werden sollen.»

Ebenfalls ohne Kopftuch: Michelle Obama beim Besuch des saudi-arabischen Königs Salman im Jahr 2015. play
Ebenfalls ohne Kopftuch: Michelle Obama beim Besuch des saudi-arabischen Königs Salman im Jahr 2015. AP

Die saudischen Gastgeber steckten die Verweigerung mit einem diplomatischen Lächeln weg. Die Araber aber wetterten auf dem Netz. Es hagelte Kommentare: «Ein Affront gegen unser Land!» Und: «Warum wird sie nicht verhaftet?»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (62) hatte erst vergangene Woche am CDU-Parteitag ein Burkaverbot in Deutschland gefordert. (gf)

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
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42 Kommentare
  • Ernst  Dittmar aus Adliswil
    15.12.2016
    Ein läppisches Aufbäumen der Aussenministerin, mehr nicht. Seit die grossen Flüchtlingswellen über Deutschland schwappen, müssen die Frauen die Frauenrechte neu erkämpfen. Es ist nichts mehr, wie es vorher war. Ich bin gespannt, wer sich letztendlich integrieren muss, die Neuankömmlinge oder die alteingesessene Bevölkerung. Ich tippe auf die alteingesessene Bevölkerung, weil eine Tradition nach der anderen mit dem Segen der Regierung der Überfremdung geopfert wird.
  • Marion  Nieder 15.12.2016
    Würde sich Frau v.d. Leyen bei ihrem Besuch in Saudi Arabien gem. dieser Kultur kleiden,wäre es Anbiederung nicht Höflichkeit.Es würde im Umkehrschluss bedeuten,dass arabische Männer u Frauen sich entsprechend kleiden sollten wenn sie die westliche Welt besuchen.Die Herrschaften die von Anpassung sprechen denken an "Urlauber=Anpassung" bzw. "ohne Burka=Anpassung".
    Frau v.d. Leyen ist eine intelligente Frau, man kann es getrost ihrem Urteilsvermögen überlassen.
  • Carina  König aus Arbon
    15.12.2016
    Flintenuschi - ähm Frau von der Leyen - ist, sagen wir es vorsichtig, burschikos. Die siebenfache Mutter ist es gewohnt, Regimenter zu führen, sei es zu Hause oder in der Politik. Sie fühlt sich vermutlich nicht mal weiblich trotz der Mutterrolle und wie ein echter Mann wirft sie sich schützend vor ihre Mitarbeiterinnen. Die Saudis sahen da in ihren Gewändern weiblicher aus als von der Leyen.
  • Urech  Hanna aus Basel
    15.12.2016
    Also jetzt habe ich ein Problem:Wir verlangen zu Recht, dass man sich hier anpasst und dass wir das ja auch tun würden, wenn wir in einer andern Kultur sind.Und das ist respektlos, und hat mit Mut nichts zu tun, sondern mit ihrem Ego. Anstand gilt auch für Minister, nicht nur für Therwiler Schüler.
    • willi  weber 15.12.2016
      Frau Urech, die deutsche Ministerin war kurz auf Besuch, die Therwiler Schüler wollen hier leben und von der Schweiz profitieren, also ist das ein kleiner Unterschied. Leute wie Sie würden die Schweiz gleich morgen aufgeben, nur um tolerant zu sein.
    • Marcel  Weber 15.12.2016
      Herr Weber,

      Sie kapieren etwas Grundsätzliches nicht. Gesetze gelten immer. Wenn etwas nicht lange dauert, ist es deshalb nicht plötzlich "erlaubter".
      Oder denken sie, dass man z.B. kein Raser ist, wenn man innerorts nur 5 Sekunden schnell mal auf 100 km/h beschleunigt, sonst aber korrekt fährt?
  • Ronald  Kunz aus Alterswil
    15.12.2016
    Tja wir haben und hatten in der jüngsten Vergangenheit nur Weichspüler Politiker. Mir wird immer schlecht wenn ich diese Calmy sehe in den Medien. Die Schweiz hat schon lange keine Politiker mehr wo das Volk stolz sein kann. Nur noch EU Marionetten ohne Power und Ausstrahlung. Schlimm ist ja, dass die Schweizerbürger noch solche Leute wählt. Wir haben kein Rohstoffe und Bodenschätze, nun verlieren wir langsam aber sicher auch noch den Stolz. Tolle Aussichten..
    • Martin  Müller aus Davos Dorf
      15.12.2016
      Ja genau. Immer schön kuschen, da sind wir Schweizer ja Weltmeister.
      Um Mal ein Zeichen setzten fehlt denen in Bern die Courage